"Es gibt auch so etwas wie Sonnenstrahlen in dieser grauen Zeit." Mit diesem Satz als Antwort auf die Corona-Krise, die die Schulen seit Mitte März vor große Herausforderungen stellt, präsentierte Bildungsminister Heinz Faßmann am Mittwochvormittag ein Projekt zur Unterstützung von Schülerinnen und Schüler, die wegen des Heimunterrichts während der Corona-Epidemie noch größere Probleme im Schulunterricht haben. Diese werden schon in den bevorstehenden zweiwöchigen Weihnachtsferien über die Lernplattform www.weiterlernen.at von "Buddies", darunter älteren Schülern, unterstützt. Das Bildungsressort greift dabei auf bereits bestehende Lernhilfen der katholischen Caritas, der evangelischen Diakonie und des Jugend-Rot-Kreuzes als Unterstützung zurück.

Angebot für 7000 Schüler

Es geht dabei um die Unterstützung bei der Vorbereitung auf Prüfungen, um Hilfe bei Hausübungen, aber auch um Workshops, erläuterte die Direktorin der Diakonie, Maria Moser. Damit wolle man bestehende "Lernlücken" beseitigen, betonte Minister Faßmann. Er sprach dabei von Nachhilfelehrern durch ältere Schüler, Studenten sowie Lehrern und pensionierten Pädagogen. "Mir ist nicht ganz klar, warum man digitale Buddies sagt", meinte er.

Insgesamt sollen 7000 Schüler in allen Schulstufen von der Aktion profitieren, österreichweit gibt es rund 1,1 Millionen Schüler. Eine Million Euro wird dabei zur Verfügung gestellt. Neben Lernhilfe in digitaler Form über die Lernplattform ist auch Unterstützung in Kleingruppen bis zu drei Personen geplant.

Für die Schüler wird dieses Hilfsangebot kostenlos sein. Für Schüler, die sich als "Buddies" zur Verfügung stellen, werde es zwar, so Faßmann, "keine fürstliche Entlohung", aber ab 10 Euro pro Stunde geben. Seit Dienstag steht bereits fest, dass die Weihnachtsferien bis 11. Jänner verlängert werden, weil davor rund um den 8. Jänner Lehrer, aber vor allem auch Oberstufenschüler und eventuell auch Eltern Corona-Tests absolvieren sollen.

Die Caritas betreut schon seit zehn Jahren Schüler mit Defiziten im Unterricht in insgesamt 56 sogenannten Lern-Cafes, betonte Caritas-Generalsekretärin Anna Parr. 2200 Schülerinnen und Schüler konnten auf diese Weise betreut werden, Es gibt aber bereits 1000 weitere Anmeldungen. (ett)