Die Auseinandersetzungen an der Universität Salzburg haben vorerst eine Entscheidung gebracht. Hendrik Lehnert ist weiterhin Rektor der Universität Salzburg. Der Senat der Hochschule hat sich in seiner Sitzung am späten Dienstagabend mit einem anonym eingebrachten Antrag auf Abberufung des Rektors befasst, der aber keine Mehrheit gefunden hat. Das teilte Wolfgang Faber, Vorsitzender des Senates, in einer Aussendung Dienstagnacht mit. Gleichzeitig sprach sich der Senat ausdrücklich für Reformen an der Uni Salzburg aus.

Der Senat äußerte auch sein Bedauern, dass "diese interne Angelegenheit" vor der Erörterung im zuständigen Gremium "in die Presse und damit in die breite Öffentlichkeit gelangt ist, was dem Ansehen der Universität großen Schaden zugefügt hat". Dabei sei teilweise von Sachverhalten ausgegangen worden, "die in dieser Form nicht den Tatsachen entsprechen, und verschiedene Fragen miteinander vermengt wurden, die bei sachlichem Zugang getrennt werden müssen".

Faber betonte, dass sich der Senat "dezidiert für Reformen an unserer Universität" einsetze. Man werde daher diesen Reformprozess weiter konstruktiv mitgestalten und dabei die Interessen der Universitätsangehörigen, "gemeinsam neue und innovative Wege zu beschreiten, bei der Erarbeitung seiner Stellungnahmen in jedem Fall mit berücksichtigen". Diesen Weg hätte man auch bestritten, wenn der Antrag auf Abberufung des Rektors eine Mehrheit gefunden hätte.

An der Universität Salzburg stießen die Reformpläne von Rektor Hendrik Lehnert teils auf Kritik, vor allem die geplante Veränderung der Struktur der bestehenden vier Fakultäten. Dazu kamen noch personelle Turbulenzen. Innerhalb von vier Monaten legten zwei Vizerektoren ihr Amt zurück. In dem Ablehnungsantrag sind laut dem Grünen Landesgeschäftsführer LAbg. Simon Heilig-Hofbauer auf insgesamt 38 Seiten schwerwiegende Vorwürfe gegen den Rektor erhoben worden. Diese würden teilweise auch ein bezeichnendes Licht auf die Zusammenarbeit im Rektorat werfen. Die Liste der angeblichen Verfehlungen reiche von der falschen Verdächtigung einer Straftat, über rechtswidrige Ausschreibungen bis hin zur Behinderung des Senats bei der rechtzeitigen Beschlussfassung des Entwicklungsplans. (apa)