Der Jahreswechsel 2020/21 wird ohne Neujahrsparty auskommen müssen. "Zu Silvester gibt es keine Ausnahmeregelungen", kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag an. Damit gilt auch zum Jahreswechsel, dass ein Haushalt maximal eine Einzelperson aus einem anderen Haushalt empfangen darf. Weiters plant die Regierung regionale Lockdowns ab einer bestimmten Infektionshäufigkeit. Auch hiervon kann sich die Bevölkerung "freitesten".

Kurz begründete die Ausweitung der Ausgangsbeschränkungen auf Silvester damit, die "negative Wucht" einer Ansteckungswelle vermeiden zu wollen. "Es gibt keine Silvesterparty zum Jahreswechsel", betonte auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Die Verwendung pyrotechnischer Artikel der Kategorie F2, also auch Raketen, Knallfrösche oder Blitzknallkörper im Ortsgebiet ist generell verboten. Ausnahmeregelungen für private Feuerwerke könnten die Bürgermeister erteilen, sollten das heuer aus Nehammers Sicht aber nicht tun. Hier sei man auch in Absprache mit dem Gemeindebund, sagte der Innenminister.

Die derzeit nur von 20 bis 6 Uhr geltenden Ausgangsbeschränkungen sollen nach dem Willen der Regierung ab 26. Dezember wieder rund um die Uhr gelten. Damit gilt nach Weihnachten, dass ein Haushalt maximal eine Person aus einem fremden Haushalt empfangen darf - und zwar auch zu Silvester. Diese Regelung gilt bis 24. Jänner. Nur wer einen negativen Covid-Test vorweisen kann, darf ab 18. Jänner mit Lockerungen rechnen.

Für die weitere Zukunft plant die Regierung allerdings "regionale Lockdowns", wenn die Infektionen in einer bestimmten Region über einem gewissen Schwellenwert liegen. Eine konkrete Zahl nannte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf Nachfrage noch nicht. Allerdings soll auch hier gelten, dass sich die Bevölkerung von den dann verhängten Ausgangsbeschränkungen "freitesten" kann.

Am Freitag gab es in Österreich bereits 297.424 Personen, die seit Beginn der Coronaviruspandemie eine Covid-19-Infektion nachweislich überstanden haben und als Genesen gelten. Sie sollen von der Nachweispflicht von Antigentests für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ausgenommen werden, kündigte Anschober bei der Pressekonferenz an, ohne genaue Details zu nennen. Für welchen Zeithorizont sie von der Nachweispflicht befreit werden sollen, müsse erst von den Fachexperten definiert werden, sagte der Gesundheitsminister. Denn wie lange eine Immunisierung nach einer Erkrankung nachweisbar ist, sei unterschiedlich. Die zeitliche Definition werde jedenfalls nach internationalem Standards erfolgen.(apa)