Für Schüler und Lehrer ist der heutige Mittwoch nicht nur der letzte Schultag vor Weihnachten, sondern auch der letzte reguläre Schultag bis nach dem Lockdown am 18. Jänner. Für Bildungsminister Heinz Faßmann ist es ein Tag, an dem er einmal mehr ein Schreiben von Schulvertretern erhalten hat. Der Zentralausschuss der Leiterinnen der Wiener Pflichtschulschulen äußert in dem der "Wiener Zeitung" vorliegenden Schreiben die ausdrückliche "Bitte", im Jänner 2021 auf die Spezialtests für Schüler mit Deutschproblemen zu verzichten.

Für Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die Schwierigkeiten haben, ist ein eigener Test (Mika-D-Test) vorgesehen. Diese Schüler wären während des Lockdowns von 7. bis 22. Jänner 2021 einer Semesterprüfung zu unterziehen. Das sei angesichts der Schulschließungen bis 18. Jänner "unmöglich einzuhalten", wird in dem Schreiben an Faßmann betont.

Die Schuldirektoren würden schon durch die Corona-Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen. Gerade in Ballungsräumen mit vielen Schülern ohne Deutsch als Muttersprache sei die angedachte Vorgangsweise "schwer oder gar nicht möglich". Gleiches gelte für Mika-D-Tests für Schulneulinge mit dem voraussichtlichen Status außerordentlicher Schüler von 1. bis 26. März 2021.

Deutschdefizit meist aus Erfahrung erkennbar

Daran schließt die Bitte an den Bildungsminister, die Mika-D-Tests im laufenden Schuljahr 2020/21 auszusetzen. Faßmann solle auf die Erfahrung und Expertise der Schulleitungen, die die Tests abhalten, vertrauen. Denn es sei "bei der Mehrheit der Fälle schon erkennbar", ob Schulneulinge zusätzliche Deutschförderung benötigen oder nicht, heißt es als Begründung für die Bitte um einen Testverzicht.

Der Leiterinnen-Zentralausschuss an Wiens Pflichtschulen weist aber nicht nur auf den terminlichen und organisatorischen Druck für die Verantwortlichen in dne Schulen hin. Es sei vor allem auch zu bedenken, dass Schulkinder in der momentan ohnehin schwierigen Corona-Lage einer Prüfungssituation ausgesetzt würden.