Mit 26. Dezember gelten Corona-bedingt wieder scharfe Einschränkungen in Österreich. Die einzelnen Punkte im Überblick:

Dauer

Der am Samstag beginnende Lockdown endet für alle am 24. Jänner. Allerdings ist die Möglichkeit eines "Freitestens" Mitte Jänner geplant: Wer an den (für 15., 16. und 17. Jänner vorgesehenen) kostenlosen Corona-Tests teilnimmt und dann ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf den Lockdown bereits am 18. Jänner beenden - eine Woche früher als die Testverweigerer. Kritik am "Freitesten" übte am Christtag der Handelsverband.

Ausgangsbeschränkungen

Die Ausgangsbeschränkungen gelten künftig wieder rund um die Uhr. Der eigene private Wohnbereich darf dann auch tagsüber nur aus bestimmten Gründen verlassen werden. Gestattet ist die Fahrt in die Arbeit, das Erledigung notwendiger Grundbedürfnisse des täglichen Lebens (etwa der Einkauf) und die Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen. Auch der Aufenthalt im Freien zur "körperlichen und psychischen Erholung" ist erlaubt (etwa für Spaziergänge oder Individualsport). Die Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen fällt ebenfalls wieder unter die Ausnahmen.

Kontaktregelungen

Kontakte sind wieder stark eingeschränkt. Treffen zwischen einem Haushalt (eine Person oder mehrere Personen) nur mit einer Einzelperson eines anderen Haushaltes gestattet sind. Dies gilt explizit auch für Privat-Bereiche wie Gärten, Scheunen, Schuppen oder Garagen. Grundsätzlich ausgenommen von den Beschränkungen sind unter anderem das Treffen mit dem Lebenspartner oder Aufsichtspflichten über minderjährige Kinder. So können etwa beide Großeltern mehrere Geschwisterkinder gleichzeitig beaufsichtigen. Die Aufsichtspflicht über minderjährige Kinder kann auch durch Personen wahrgenommen werden, die nicht dem Familienkreis zuzurechnen sind - etwa Babysitter, Tagesmütter oder auch durch einen Nachbarn.

Für Silvester gibt es keine Ausnahmen, zum Jahreswechsel gelten alle Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

Kindergärten, Schulen und Hochschulen

Alle Schulen starten nach Ende der Weihnachtsferien mit 7. Jänner im Distanz-Unterricht, die Schüler bleiben also zuhause. Für Schüler bis 14 Jahre wird es bei Bedarf an den Schulen wieder Betreuung und Lernunterstützung geben. Der Präsenz-Unterricht soll mit 18. Jänner wieder aufgenommen werden, einen Corona-Test bedarf es für den Schulbesuch vor Ort nicht.

Alle Schulen starten nach Ende der Weihnachtsferien mit 7. Jänner im Distanz-Unterricht. - © APAweb, HELMUT FOHRINGER
Alle Schulen starten nach Ende der Weihnachtsferien mit 7. Jänner im Distanz-Unterricht. - © APAweb, HELMUT FOHRINGER

An Kindergärten ist die Besuchspflicht im letzten Kindergartenjahr aufgehoben. Auch die Universitäten bleiben weiterhin im Distance Learning.

Handel und Dienstleistungen

Der Handel sperrt bis auf die Grundversorger (darunter Lebensmittelhandel, Drogerien, Apotheken, Post, Banken, Trafiken, Tankstellen) bis einschließlich 17. Jänner zu. Auch hier besteht die Maskenpflicht (für Kunden wie auch Mitarbeiter). Für Kundenbereiche gilt eine Zutrittsbeschränkung: Pro Kunde müssen mindestens zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Neu ist die Ausnahme für die Abholung von bestellten Waren direkt am Geschäft, geschlossene Räumlichkeiten dürfen dabei aber nicht betreten werden. Alle "körpernahen" Dienstleistungen wie etwa Friseure müssen wieder sperren. Erlaubt bleiben Besuche von KfZ- und Fahrrad-Werkstätten.

Gastronomie und Tourismus

Die gesamte Gastronomie bleibt für den Kundenbetrieb weiterhin geschlossen. Abholung von Speisen und Getränken ist im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr weiterhin gestattet. Dabei dürfen weiterhin keine offenen alkoholischen Getränke verkauft werden. Lieferservices bleiben ohne zeitliche Beschränkung erlaubt. Von der Schließung sind auch Kneipen, Bars und sämtliche Nachtlokale betroffen. Am 18. Jänner sollen auch die Beherbergungsbetriebe wieder starten dürfen.

Sport und Skibetrieb

Outdoor-Sport alleine ist wie seit Beginn der Pandemie weiter erlaubt. Outdoor-Sportstätten (etwa Loipen oder Eislaufplätze) sind weiterhin geöffnet, es gilt ein Mindestabstand und 10 Quadratmetern pro Person. Bereits seit 24. Dezember ist es den Landesbehörden auch gestattet, in ihrem Ermessen Skibetrieb zu ermöglichen. Bei der Liftbenützung sowie in den Wartebereichen ist das Tragen einer FFP2-Maske (ohne Ausatemventil) für Personen ab 15 Jahren verpflichtend, jüngere Kinder brauchen keine Maske tragen. Geschlossene oder abdeckbare Lifte (Gondeln, Kabinen, abdeckbaren Sesselliften) dürfen nur zur Hälfte belegt werden - Das gilt nicht, wenn ausschließlich Personen aus demselben Haushalt befördert werden.

Den Landesbehörden ist gestattet, in ihrem Ermessen seit 24. Dezember Skibetrieb zu ermöglichen. - © APAweb
Den Landesbehörden ist gestattet, in ihrem Ermessen seit 24. Dezember Skibetrieb zu ermöglichen. - © APAweb

Alle Kontaktsportarten (wie Fußball) bleiben untersagt. Indoor-Sportstätten sind für Hobbysportler weiterhin geschlossen. Sobald Indoor-Sportstätten wieder öffnen, soll dann ein negatives Testergebnis die Voraussetzung zur Nutzung sein.

Veranstaltungen und Kultur

Veranstaltungen bleiben vorerst weiterhin nahezu komplett untersagt. Darunter fallen etwa Kulturevents, aber auch Hochzeits-, Geburtstags- und Jubiläumsfeiern sowie Gelegenheitsmärkte. Auch die Weihnachtsmärkte bleiben zu. Betroffen von den Schließungen sind auch wieder die Bibliotheken. Eine Öffnung von Kultureinrichtungen wie Museen, Theater oder Konzerthäuser ist für 18. Jänner vorgesehen. Besuchen können soll man dann diese Veranstaltungen nur nach negativem Corona-Test. Außerdem werden indoor maximal 500 Besucher erlaubt, outdoor 750.

Freizeiteinrichtungen

Das Betreten von Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios oder Hallenbädern bleibt untersagt. Betroffen von den Schließungen sind auch Vergnügungsparks, Tanzschulen, Wettbüros und Casinos, Prostitutions-Lokale, Indoorspielplätze und Paintballanlagen. Auch Zoos und botanische Gärten haben geschlossen - diese dürfen anders als ursprünglich geplant auch nicht zu den Weihnachtsfeiertagen aufsperren.

Alten- und Pflegeheime

In Alten-, Pflege- und Behindertenheimen ist weiterhin nur ein Besuch pro Patient und Woche möglich. Minderjährige Bewohner von Behindertenheimen und unterstützungsbedürftige Bewohner dürfen allerdings von zwei Personen besucht werden (z.B. den Eltern). Ausgenommen von der Besuchs-Beschränkung ist die Palliativ- oder Hospizbegleitung.

Mitarbeiter müssen wöchentlich einen Corona-Test machen, sind keine Tests verfügbar, muss eine FFP2-Maske getragen werden. Neu aufgenommene Bewohner müssen ein negatives Ergebnis eines Corona-Tests vorweisen, dasselbe gilt für Besucher. In Spitälern gelten die selben Regeln. Ausnahmen bei den Besuchsregeln gibt es für die Begleitung bei Schwangerschaftsuntersuchungen, bei und nach der Entbindung sowie bei der Palliativ- oder Hospizbegleitung.

Maskenpflicht

Weiter aufrecht bleibt die Ein-Meter-Abstandsregel im öffentlichen Raum. Zu allen Personen, die nicht im eigenen Haushalt leben, muss dieser Sicherheitsabstand eingehalten werden. Beim Aufenthalt in geschlossenen öffentlichen Räumen ist zusätzlich ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen, Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sind wie bisher davon ausgenommen. Wer aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, muss ein Attest mitführen - und darf dann ein sogenanntes Face-Shield tragen.

Einreisebeschränkungen

Weiterhin aufrecht sind die seit 19. Dezember geltenden Einreisebeschränkungen nach Österreich. Alle Personen, die bis zum 18. Jänner nach Österreich einreisen, müssen sofort eine zehntägige Quarantäne antreten. Die Quarantäne kann durch einen negativen PCR- oder Antigen-Test früher beendet werden, der frühestens am fünften Tag möglich ist. Ausgenommen sind lediglich Einreisen aus Staaten, deren Corona-Belastung noch immer gering ist (Australien, Island, Japan, Neuseeland, Norwegen, Südkorea, Uruguay, dem Vatikan sowie Finnland und Irland). Ebenfalls ohne Restriktionen einreisen dürfen etwa regelmäßige Pendler oder Personen, die in die Enklaven Mittelberg (Kleinwalsertal), Vomp-Hinterriss oder Jungholz einreisen. Ohne Test kommen können auch jene, die mindestens einmal pro Monat zu familiären Zwecken oder zum Besuch des Lebenspartners einreisen - oder bei schweren Krankheitsfällen, Todesfällen, Begräbnissen, Geburten im Familienkreis. (apa)