Es sind knapp 100.000 Pensionen, die der Bund an nicht mehr aktive Staatsdiener und Hinterbliebene auszahlt, nämlich exakt 98.831. Rund ein Viertel davon entfiel auf Witwen- und Witwerpensionen, drei Viertel auf Direktzahlungen. Im Durchschnitt lag die Pension der Beamten im Bundesdienst, die 2019 neu in den Ruhestand getreten sind, bei 3.540 Euro brutto im Monat. Wie aus dem neuen Personaljahrbuch des Bundes hervorgeht, das der "Wiener Zeitung" vorliegt, ist damit die Durchschnittspension der Beamten in den vergangenen Jahren stark gesunken. 2010 betrug diese inflationsbereinigt im Schnitt noch 4.133 Euro brutto im Monat.

Der Grund für diese Entwicklung liegt vor allem in der Pensionsreform aus den Jahren 2004/05 in der Amtszeit von Bundeskanzler ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel, mit der die Beamtenpensionen längerfristig zurückgedrängt und durch einen neuen Berechnungsmodus ersetzt wurden. Bis zum Jahr 2028 wird schrittweise der Berechnungszeitraum auf 40 Jahre wie in der gesetzlichen Pensionsversicherung (Arbeitnehmer, Gewerbetreibende, Bauern) ausgedehnt. Bei den Beamten erfolgt diese Ausweitung in größeren Schritten. Bis 2003 war es bei Beamten möglich, noch hundert Prozent des Aktivgehalts als Pension zu erhalten, seither sinken die Ruhebezüge.

Allerdings sind die Beamtenpensionen im Schnitt nach wie vor deutlich höher als jene der Arbeitnehmer. Dies, obwohl Beamte im Vergleich zu früher im Durchschnitt nun später in den Ruhestand treten und ihre Dienstzeit im Regelfall länger ist. Die durchschnittliche monatliche Pension der Alterspensionisten in der Privatwirtschaft, die erstmals eine Leistung bezogen, lag laut Statistik Austria 2019 bei den Männern bei 2.278 Euro brutto im Monat, bei Frauen nur bei 1.381 Euro brutto monatlich.

Bei den Beamtenpensionen gibt es Übergangsbestimmungen. Jene weiblichen und männlichen Beamten, die ab und nach dem Jahr 2005 in den Bundesdienst eingetreten sind beziehungsweise ab 1. Jänner 1976 geboren sind oder noch jünger sind, erhalten, was die Berechnungsregeln betrifft die gleiche Pension wie andere Arbeitnehmer. Ein Grund für die im Durchschnitt deutlich höheren Beamtenpensionen ist allerdings auch der viel höhere Anteil an Akademikern im Bundesdienst im Vergleich zur Privatwirtschaft. Generell ist laut aktuellem Personaljahrbuch mit 33,8 Prozent praktisch jeder dritte Bundesbedienstete Akademiker.

Pensionsantrittsalter im Schnitt bei 62,4 Jahren

Gleichzeitig hat sich das durchschnittliche Pensionsantrittsalter im Bundesdienst seit der Reform im Jahr 2004 mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2011 stetig erhöht. Im Jahr 2019 lag es im Schnitt bei 62,4 Jahren gegenüber 58,3 Jahren im Jahr 2003. Gleichzeitig ist das Pensionsantrittsalter wegen Dienstunfähigkeit aus Krankheitsgründen ebenfalls höher geworden. Es ist von 2003 bis 2019 um 2,7 Jahre auf 57,1 Jahre gestiegen.

Im Jahr 2019 haben 3.833 weibliche und männliche Beamte den Ruhestand angetreten. Das war gegenüber dem Jahr davor eine Steigerung der Pensionsantritte um 14 Prozent beziehungsweise 456 Neupensionierungen.

Das stellt die amtierende und auch künftige Bundesregierungen vor zusätzliche Herausforderungen. Aufgrund von Einsparungen und eines Aufnahmestopps in Teilen des öffentlichen Dienstes ist das Durchschnittsalter im öffentlichen Dienst stark gestiegen. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter lag 2019 bei 45,8 Jahren. Es ist damit im vergangenen Vierteljahrhundert um 5,3 Jahre höher geworden. Zum Vergleich: in der Privatwirtschaft lag es 2018 im Schnitt bei 38,9 Jahren.

Das hat aber auch zur Folge, dass der Andrang auf den Ruhestand, der ohnehin bereits seit einigen Jahren festgestellt wird, im Bundesdienst weiter anhalten wird. Laut Personaljahrbuch wird fast jeder zweite Bundesbedienstete (48 Prozent) in den kommenden 12 Jahren bis zum Jahr 2032 den Ruhestand antreten.

Nur 17,2 Prozent in Teilzeit

Anders als in der Privatwirtschaft sieht auch der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit aus. Im Bundesdienst arbeiteten 17,2 Prozent als Teilzeitkräfte. In der Privatwirtschaft ist bereits deutlich mehr als ein Viertel in Teilzeit beschäftigt, nämlich 28,5 Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen.

Das neue Personaljahrbuch, das von dem für den öffentlichen Dienst zuständigen Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) herausgegeben wurde, enthält auch die absoluten Zahlen der öffentlich Bediensteten in Österreich. In Summe waren das 2019 umgerechnet 356.391 Vollzeitkräfte, davon entfielen 135.128 auf den Bund, 144.297 auf die Länder und 76.966 auf insgesamt 2095 Gemeinden (ohne Wien).