Die für kommenden Montag geplante Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht in den Schulklassen ist zwar bereits um eine Woche zumindest bis zum 25. Jänner nach hinten verschoben worden. Deswegen fällt die verspätete Ausgabe der von Bildungsminister Heinz Faßmann zugesagten Corona-Selbsttests für Schüler und Lehrer nicht so ins Gewicht. Aber die Bundesregierung ist offensichtlich bei der Umsetzung einer weiteren Corona-Maßnahme wieder einmal säumig. Schuldirektoren haben Post von Faßmanns Ressort erhalten, in der ihnen mitgeteilt wird, dass das geplante Zeitfenster für die Anlieferung nicht eingehalten werden kann. Als Erklärung wird genannt, dass das Flugzeug mit den Testkits aus China Verspätung habe.

Aus dem Schreiben, das über die Bildungsdirektion in einigen Bundesländern ausgeschickt wurde und der "Wiener Zeitung" vorliegt, heißt es, dass den jeweiligen Schulleitungen für Freitagfrüh ein Zeitfenster für die Anlieferung der Antigen-Selbsttests übermittelt worden sei. "Leider kam es beim Transport der Selbsttests zu Verzögerungen, was sich natürlich auch auf Ihre Zeitfenster auswirkt", wird in der Information mitgeteilt. Man sei dabei mit der Logistik ein neues Zeitfenster für die Lieferung zu definieren. Die entsprechende Auskunft wollte man den betroffenen Schulen noch am Freitag zukommen lassen.

Nach Informationen der "Wiener Zeitung" von Seiten der Lehrergewerkschaft sollen die Lieferungen in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Steiermark sowie im nördlichen Burgenland nun am Sonntag und Montag erfolgen. Am Montag, 18. Jänner, sollte ursprünglich der Heimunterricht für Pflichtschüler an Volks- und Mittelschulen sowie auch für Oberstufenschüler beendet werden. Seit Mitte der Woche steht fest, dass der Heimunterricht, der für Pflichtschüler seit 7. Jänner und für Oberstufenschüler seit Anfang November läuft, jedenfalls bis 25. Jänner verlängert wird. Auch dann ist unsicher, ob er beendet werden kann, wenn auch andere Lockdown-Maßnahmen verlängert werden. In den anderen Bundesländern soll die Zustellung zu Beginn kommender Woche erfolgen.

FFP2-Masken noch in Auslieferung

Bildungsminister Faßmann hat die Lieferung ausreichender Testkits angekündigt. In einem ersten Schreiben, das über die Bildungsdirektionen der Länder ausgeschickt worden ist, hatte es geheißen, dass die Selbsttestkits für die Schüler vom Ministerium zentral bestellt worden seien. Diese würden, so hieß es in der Mitteilung weiter, am 16. Und 17. Jänner ausgeliefert. Daher solle man die Kontaktdaten für Ansprechpersonen für die Anlieferung in den jeweiligen Schulen für das Wochenende bekanntgeben. Der Zeitplan ist nun hinfällig.

Für den Vorsitzenden der roten SPÖ-Pflichtschullehrergewerkschafter Thomas Bulant reiht sich die Verzögerung in bisherige Probleme ein. So haben viele Schulen bereits zu Beginn des Schuljahres 2020/21 im September FFP2-Masken für Lehrerinnen und Lehrer bestellt. Die Auslieferung verzögerte sich dann teilweise um Wochen bis Ende November/Anfang Dezember.

Die Zusendung der von der türkis-grünen Bundesregierung am 1. Dezember 2020 angekündigten jeweils zehn FFP2-Masken für Über-65-Jährige, die unmittelbar vor Weihnachten begonnen hat, ist noch im Laufen. Bis Freitag waren laut Gesundheitsministerium knapp 900.000 Maskenpakete via Post an die Betroffenen verschickt. Es wurde mit 1,7 Millionen Betroffenen älteren Menschen gerechnet. Nach dem Zeitplan sollen alle Gratisschutzmasken für Über-65-Jährige bis zum Ende der dritten Jännerwoche versandt sein. Manche Menschen in diesem Alter haben sich bereits gewundert, wann sie ihre Lieferung erhalten werden.