Während am Samstag die Regierungsspitze stundenlang über das weitere Vorgehen gegen die Ausbreitung vor allem des mutierten britischen Coronavirus in Österreich beriet und ein Ende des Lockdowns am 24. Jänner zusehends fraglicher wurde, sind im Bildungsministerium mit Ressortchef Heinz Faßmann bereits neue Vorkehrungen getroffen worden. Selbst für den Fall eines Ende des Heimunterrichts ist zunächst in Pflichtschulen und für Oberstufenschüler nur ein Schichtbetrieb in den Schulklassen vorgesehen. Die Möglichkeit dafür ist nun bereits bis zum Beginn der Osterferien am 26. März 2021 vorgesehen. Das geht aus einer neuen Verordnung des Bildungsministers vom Freitag hervor.

Der Schichtbetrieb ist ab kommendem Montag, 18. Jänner, verankert. Mittlerweile steht jedoch bereits fest, dass der Heimunterricht in Volks- und Mittelschulen sowie in den Oberstufen jedenfalls um eine Woche bis 25. Jänner verlängert wird. Das weitere Vorgehen könnte Minister Faßmann am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" verkünden.

Die Änderung der Schulverordnung weist aber bereits den Weg, wie es nach der Rückkehr in die Klassenzimmer weitergeht. Denn die Verordnung sieht ausdrücklich vor, dass der Schichtbetrieb dann bis einschließlich 26. März dieses Jahres zur Anwendung kommen kann. Danach schließen die Osterferien an. In Bildungsministerium wurde der "Wiener Zeitung" erläutert, dass der Schichtbetrieb als Ausnahme vom ortsungebundenen Unterricht, also vom Heimunterricht, verankert worden sei.

Schon nach dem ersten Corona-Lockdown im heurigen Frühjahr hat es in den Schulen ab Mai einen Schichtbetrieb mit einer Teilung der Klassen gegeben, damit ein größerer Abstand zwischen den Schülern gewährleistet werden kann. Die Schüler sollen gemäß der neuen Schulverordnung abwechselnd im Schulgebäude anwesend sein. Zugleich wurde im Bildungsressort betont, dass eine Verordnung des Ministers auch rasch geändert werden könne, wenn sich die Corona-Lage ändere. Faktum ist allerdings, dass die Möglichkeit des Schichtbetriebes einmal für längere Zeit fast bis Ende März vorgesehen ist.

Auslieferung von Testkits in Wien am Sonntag

Aktuell sind das Bildungsministerium, Schulverantwortliche und Direktoren an den einzelnen Schulstandorten mit anderen Aktivitäten gefordert: es geht um die angekündigte Auslieferung der Antigen-Selbsttests für Schüler und Lehrer. Nachdem sich die Auslieferung etwas verzögert hat und Zeitpläne kurzfristig geändert werden mussten, gab es am Samstag grünes Licht. Das Flugzeug mit den Testkits sei gelandet, wurde erklärt.

Ein großer Teil der Lieferungen an die Wiener Schulen ist nunmehr für diesen Sonntag vorgesehen. Dieser war von vielen Schullleitern als Liefertermin notgedrungen angegeben worden, offenbar um sicher zu gehen, dass die Testkits rechtzeitig ab dem 18. Jänner zur Verfügung stehen. Der Verlängerung des Heimunterrichts zumindest bis 25. Jänner vermindert den Zeitdruck. In einigen Bundesländern werden die Schnelltestkits für Schüler und Lehrer erst zu Wochenbeginn an die Schulen geliefert.