Bis zum 7. Februar muss die Bevölkerung in Österreich nach der Verlängerung Lockdown jedenfalls stark eingeschränkt möglichst isoliert daheim bleiben. Die verschärften Corona-Maßnahmen seit dem Mitte des Vorjahres verhängten ersten Lockdown haben auch Auswirkungen auf den Hausmüll, der anfällt. Das unterstreicht jetzt die für den Klimaschutz zuständige Infrastrukturministerin Leonore Gewessler, die in der Bundesregierung die Umweltschutzanliegen der Grünen vorantreiben soll. Jedenfalls sei die Menge, der Kartonagen, die nicht zum Sperrmüll gehören, gestiegen räumt sie in der aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage ein.

Gewessler nennt auch den Grund für die Zunahme des Hausmülls während des Lockdowns. "Die ist auch auf den verstärkten Online-Handel zurückzuführen", betont das grüne Regierungsmitglied gleich eingangs in ihrer Antwort. Die Zunahme des Online-Handels liege allerdings nicht im Einflussbereich ihres Ministeriums, schickt die Ressortchefin nach. Ebenso wenig sei sie für die Konzepte und Informationskampagnen zur Bewusstseinsbildung der Bevölkerung verantwortlich, stellte die Infrastrukturministein fest.

Die im Verantwortungsbereich der Bundesländer liegende ordnungsgemäße Sammlung und Behandlung von Siedlungsabfällen (Hausmüll) sowie auch Sperrmüll, funktioniere aber grundsätzlich sehr gut, stellt die Ministerin grundsätzlich klar. "Durch den Lockdown war generell ein höheres Siedlungsabfallaufkommen zu erwarten, bei gleichzeitig geringeren Mengen an gewerblichen und industriellen Abfällen", wird in ihrer Antwort festgehalten. Konkrete Daten zum Abfallaufkommen in Siedlungen stünden ihrem Ministerium allerdings für das Jahr 2020 noch nicht zur Verfügung.

Konzepte zur Abfallvermeidung

Generell merkt Gewessler jedoch an: "Zu erwähnen ist weiters die temporäre Schließung nahezu sämtlicher kommunaler Abfallsammelzentren zu Beginn des Lockdowns, die zu einem Stau dieser Abfälle in den Haushalten und nach der Wiederöffnung zu einem vermehrten Entsorgungsbedarf geführt hat." Grundsätzlich stünden für diese Abfälle aber ausreichende Sammel- und Behandlungskapazitäten zur Verfügung. Informationen dazu erfolgten laufend durch die Bezirksabfallverbände.

Die Sektion V "Umwelt und Kreislaufwirtschaft" ihres Ministeriums arbeite an arbeite an der Umsetzung europäischer und nationaler Vorgaben, um die Ziel einer Abfallvermeidung umzusetzen. Diesbezüglich erläutert die Ressortchefin: "Die Ziele und Maßnahmen, die dieses Programm beinhaltet, haben den Zweck, das Wirtschaftswachstum von den mit der Abfallerzeugung verbundenen Umweltauswirkungen zu entkoppeln. Eine Evaluierung sowie Neuauflage des Abfallvermeidungsprogramms ist für das Jahr 2022 vorgesehen."