Die am Sonntag gemeinsam mit der Verlängerung des Lockdowns zumindest bis 7. Februar verkündete Pflicht, dass zum Schutz vor einer Corona-Ansteckung FFP2-Masken ab 25. Jänner getragen werden müssen, hat Gesundheitsminister Rudi Anschober gleich mehrfach unter Druck gebracht. Obwohl die Maßnahme bereits Tage vorher überlegt wurde, fehlten im Ministerium wenige Tage vor dem Inkrafttreten der Regelung Details, wer als sozial Bedürftiger die FFP2-Masken gratis erhalten soll. Auch die Anfang Dezember angekündigte Zusendung von Gratis-FFP2-Masken an über 65-Jährige war am Mittwoch bei weitem noch nicht abgeschlossen.

Bildungsminister Heinz Faßmann ist bei den Schulen schon weiter. Die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken wird demnach für Schüler ab dem 14. Lebensjahr gelten, wie der "Wiener Zeitung" im Bildungsministerium erklärt wurde. Damit sind nur Oberstufenschüler betroffen, die großteils erst am 8. Februar in die Schulen zurückkehren werden. Maskenpflicht gilt auch für Lehrer: diese haben vielfach Ende November/Anfang Dezember FFP2-Masken zur Verfügung gestellt erhalten.

Gesundheitsminister Anschober hat zwar noch am Sonntag Gratis-FFP2-Masken für "einkommensschwache Personen" zugesagt. Noch am Dienstagabend hieß es auf Nachfragen in seinem Ressort aber nur, die  entsprechenden Regelungen seien "final" in Ausarbeitung.  Der Gesundheitsminister ist schon zuvor zunehmend in die Bredouille gekommen, weil Hunderttausende Menschen über 65 Jahren zu Wochenbeginn die am 1. Dezember von der türkis-grünen Bundesregierung versprochenen Gratis-Pakete mit je zehn FFP2-Masken zu Wochenbeginn noch immer nicht per Post erhalten haben.

Erst 1,1 von 1,7 Millionen FFP2-Masken für Ältere

Anschober hat in der ORF-Sendung "Im Zentrum" die Zusendung bis Ende Jänner in Aussicht gestellt. Das bedeutet, dass Zigtausende Betroffene die FFP2-Masken nicht rechtzeitig ab Inkrafttreten der Tragepflicht ab 25. Jänner erhalten werden. Mit Stand Dienstag haben 1,1 der insgesamt 1,7 Millionen Betroffenen die FFP2-Masken zugeschickt bekommen. 600.000 warteten noch immer.

Schneller geht die türkis-grüne Koalition bei der Befreiung der FFP2-Masken von der Mehrwertsteuer vor. ÖVP und Grünen stellen mittels Antrag im Nationalrat die Weichen dafür, dass statt 20 Prozent null Prozent bis 1. Juli dieses Jahres für diese Masken fällig werden. Die Bevölkerung soll FFP2-Masken laut Bundesregierung in Lebensmittelhandelsketten zum Selbstkostenpreis kaufen können.

Ab Donnerstag Masken bei Billa und Hofer um 59 Cent

Der Diskonter Hofer sowie der Rewe-Konzern (Billa, Merkur, Penny, Bipa, Adeg) verkaufen die sogenannten "Filtering Face Piece"-Masken der Schutzkategorie 2 ab Donnerstag,zum Tiefpreis von 59 Cent per Stück. Bei Spar gebe es noch keinen Preis für die Masken, teilte eine Sprecherin auf APA-Anfrage mit.

Gekauft werden dürfen haushaltsübliche Mengen von maximal 5 Stück pro Kundin bzw. Kunde bei der Einzelpackung und einem Stück pro 10er-Packung, gaben Hofer sowie Rewe am Mittwoch in Aussendungen bekannt. Für laufende Nachlieferungen ab dem 25. Jänner sei gesorgt, so Hofer. In den Handelsfirmen des Rewe-Konzerns werden den Angaben zufolge FFP2-Masken ausschließlich aus österreichischer Produktion, etwa von Hygiene Austria, angeboten.

Unmut herrscht bei der Opposition, weil die Koalitionsparteien diese Änderung noch am Freitag dieser Woche in einer Sitzung des Bundesrates beschließen wollen, wobei die Länderkammer nur dafür einberufen wird.