Ein ehemaliger FPÖ-Nationalratsabgeordneter und ein ehemaliger BVT-Abteilungsleiter sind Medienberichten zufolge in dieser Woche verhaftet worden. Sie sollen dem international gesuchten früheren Wirecard-Vorstand Jan Marsalek bei dessen Flucht nach Weißrussland geholfen haben. Die Fluchthilfe selbst dürfte aber nicht der Grund für die Verhaftungen sein.

Der karenzierte Abteilungsleiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz soll gemeinsam mit anderen BVT-Mitarbeitern für Wirecard gearbeitete haben. Sie sollen "personenbezogene Daten" an Wirecard weitergegeben haben, berichteten "Die Presse" und "Österreich". Bei der Verhaftung des früheren FPÖ-Abgeordneten geht es um Korruptionsermittlungen, die mit Wirecard nichts zu tun haben, berichteten "Der Standard" und "ZackZack.at" am Samstag.

Der ehemalige BVT-Abteilungsleiter war beschuldigt worden, Urheber des sogenannten BVT-Konvoluts zu sein, in dem vielfach falsche Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes erhoben wurden und das dann im Frühjahr 2018 zur später als rechtswidrig beurteilten Razzia im BVT geführt hat. Er war auch einer der Belastungszeugen für die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Er bestritt jedoch, das Schriftstück verfasst zu haben.

Der frühere FPÖ-Abgeordnete wiederum war die Hauptfigur in der sogenannten Mandatskauf-Affäre. Der FPÖ unter Heinz-Christian Strache war damals vorgeworfen worden, von ukrainischen Oligarchen Geld für einen Listenplatz für den Mann bekommen zu haben. Die FPÖ hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. (apa)