Sie haben seit März 2020 die wenigsten Tage in den Schulklassen verbracht: Oberstufenschüler sind seit 3. November jedenfalls noch bis 7. Februar wegen der Corona-Maßnahmen im Heimunterricht. Schon im Frühjahr wurden sie - mit Ausnahme der Maturaklassen - bis Anfang Juni digital zu Hause unterrichtet. Bei Eltern wächst  daher die Sorge, dass Oberstufenschüler nach den Semesterferien in Ostösterreich ab 8. Februar weiter Heim- statt Präsenzunterricht absolvieren müssen. Dagegen haben nun zwei Mütter von Oberstufenschülern an einem Wiener Gymnasium und einer berufsbildenden höheren Schule eine Online-Unterschriftenaktion für eine Petition ins Leben gerufen.

In einem Offenen Brief haben Sylvie Reidlinger und Alexandra Schick Bildungsminister Heinz Faßmann ihre Bedenken wegen des wochenlangen Heimunterrichts mitgeteilt. Sie befürchten, dass für Oberstufenschüler nach mehr als 100 Tagen Heimunterricht und fehlender Präsenz in Klassenzimmern das laufende Schuljahr 2020/21 "endgültig zu einem verlorenen Jahr" wird. Faßmann hat allerdings am Montag zwar Defizite eingeräumt, von einem "verlorenen Jahr" zu sprechen sei aber eine "Übertreibung".

 

Schulöffnung, auch wenn Einzelhandel zu bleibt

In der Petition fordern die beiden Mütter eine Öffnung der Schulen für Schüler von 14 bis 19 Jahren ab 8. Februar verbunden mit einem Konzept für eine geordnete Vorgangsweise. Unmittelbar nach den Semesterferien müsse es einen Präsenzunterricht mit notwendigen Sicherheitskonzepten zur Schutz vor Corona-Ansteckungen geben. Sie verlangen den Präsenzunterricht auch unabhängig von einer eventuellen weiteren Verlängerung des Lockdowns nach dem 7. Februar: "Wir fordern die Öffnung der Schulen selbst dann, wenn die Schließung des Einzelhandels noch länger dauern sollte." Die türkis-grüne Bundesregierung will erst  kommende Woche während der Semsterferien in Ostösterreich über die weiteren Corona-Maßnahmen und  den Präsenzunterricht an den Schulen entscheiden. (ett)