Menschen und Mitarbeiter in Pflege- und Seniorenheimen gehörten in Österreich zu jener Bevölkerungsgruppe, die zuerst Corona-Impfungen seit Ende Dezember erhalten haben. Die SPÖ-Landesräte von Wien, Oberösterreich, Kärnten und dem Burgenland haben sich deswegen jetzt an Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) gewandt, die strengen Besuchsregelungen in diesen Einrichtungen zu lockern. Denn für die Bewohner sei das soziale Leben seit Monaten eingeschränkt, argumentieren die SPÖ-Landespolitiker.

Grundsätzlich gehören die Bewohner der Pflege- und Seniorenheime zur besonders schützenswerten Bevölkerungsgruppe. Mit den im Laufe des Jänners bis jetzt erfolgten weitreichenden Corona-Impfungen gerade für diese Risikogruppe ist für die SPÖ-Soziallandesräte eine neue Situation eingetreten. Deswegen sei eine österreichweite Klarstellung durch den Gesundeitsminister notwendig, fordern sie.

Ebenso müsse es Erleichterungen für das Pflegepersonal, das ebenfalls bereits geimpft ist, geben, wird außerdem verlangt. Die ersten Corona-Impfungen mit dem BioTech/Pfizer-Impfstoff hat es in Österreich am 27. Dezember des Vorjahres gegeben. Die Durchimpfung der Heimbewohner und der Mitarbeiter war seither  im österreichischen Impfplan vorrangig.

Neuregelung bis spätestens Ende Februar

Es sei nun bei aller weiterhin gebotenen Vorsicht zulässig, einen Schritt in Richtung Normalität im Pflegealltag zu setzen, betonen Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker sowie die Soziallandesräte Birgit Gerstorfer (Oberösterreich), Beate Prettner (Kärnten) sowie Leonhard Schneemann (Burgenland). Es sei daher Zeit, Heimbewohnern und Pflegekräften eine Perspektive zu geben, wie es nun weitergehe, betonten die SPÖ-Sozialpolitiker in einem gemeinsamen Vorstoß beim Gesundheitsminister am Mittwoch.

Spätestens bis Ende Februar erwarte man daher von Minister Anschober eine Änderung der entsprechenden Verordnung. Mit einem negativen Antigen-Corona-Schnelltest und dem Tragen einer FFP2-Maske solle es möglich sein, ein Pflege- oderr Seniorenheim öfter als einmal pro Woche zu besuchen, wenn die Bewohner mit einer Corona-Impfung immunisiert seien, meinen die SPÖ-Landesräte.

>ZT>"Wir wollen den Februar abwarten"

Gesundheitsminister Anschober hat die Forderungen aus der SPÖ nach Lockerungen beim Zugang zu jenen Alten- und Pflegeheimen, in denen die Bewohner bereits geimpft wurden, allerdings vorerst abgelehnt. Er zeigte im Pressefoyer nach dem Ministerrat Verständnis für dieses Ansinnen, ersuchte aber noch "um etwas Geduld". "Wir wollen den Februar abwarten, alle Durchimpfungen abschließen und das Mutationsaufkommen beobachten".

Es sei mit den zuständigen Landesräten vereinbart, Anfang März eine Evaluierung durchzuführen und erst dann eventuelle Erleichterungen zuzulassen, so Anschober. Aus Wien, Kärnten, dem Burgenland und Oberösterreich waren am Mittwoch entsprechende Forderungen gekommen. Oberösterreichs SPÖ-Landesvorsitzende Birgit Gerstorfer, Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner, der burgenländische Landesrat Leonhard Schneemann und Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker verlangten in einer gemeinsamen Aussendung, bis Ende Februar "eine Verordnungsänderung und Klarstellung für jene Altenbetreuungseinrichtungen, die bereits immunisiert sind".