Die Bundesregierung trifft weitere Vorbereitungen, um eine Ausweitung der Corona-Epidemie vor allem auch durch die südafrikanische Mutation in Tirol zu verhindern. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) fordert deswegen das Land Tirol auch zu breitflächigen Corona-Tests in den zwei hauptbetroffenen Bezirken, vor allem im Bezirk Schwaz, auf. Der Ministerrat hat außerdem  Konsequenzen aus dem drohenden Impfstoffmangel gezogen. Die türkis-grüne Bundesregierung hat beschlossen, im Rahmen der möglichen Zusatzkontingente sechs Millionen Impfdosen über die EU-Beschaffung zu organisieren.

Für Tirol ist auf Druck des Bundes erst am Dienstag mit dem Land festgelegt worden, dass ab Freitag dieser Woche befristet für zehn Tage Ausreisen nur mehr nach einem negativen Corona-Test zulässig sein werden. Ausgenommen davon sind Osttirol sowie Kinder bis zu zehn Jahren.

Konzentration im Bezirk Schwaz


Allerdings reicht das dem Gesundheitsminister noch nicht. "Meine Erwartung an Tirol" sei, noch mehr Tests in den von der südafrikanischen Corona-Mutation besonders betroffenen Krisenregionen, machte Anschober am Mittwoch beim Pressefoyer nach dem Ministerrat klar. "Mein Appell an das Land Tirol ergeht, in diesen Regionen engmaschigst zu testen", sagte er. Das betreffe vor allem zwei Bezirke, wobei der Bezirk Schwaz mit 63 Prozent an Fällen der südafrikanischen Variante besonders betroffen sei. Das würde aber bedeuten, dass es für diese Bezirke keine Quarantäne oder Abschottung gibt.

Ausdrückliches Lob gab es von ihm in zwei Bereichen. In Tirol konnte am Mittwoch die Zahl der Corona-Neuinfektionen der vergangenen 24 Stunden unter die Marke von hundert Fällen gedrückt werden. Das Problem sind aber die vielen Ansteckungen mit der südafrikanischen Mutation. Außerdem hob er das in Tirol besonders gut funktionierende System der Kontaktnachverfolgung nach Corona-Infektionen hervor.

Zur Einhaltung der Testpflicht vor einer Ausreise werden in Tirol bis zu 1000 Beamte der Polizei bei Kontrollen im Einsatz sein. Diese sollen an neuralgischen Punkten erfolgen, sowohl im Bahn- als auch im Flugverkehr sowie auf Landes- und Bundesstraßen. Daneben soll es auch mobile Kontrollstellen geben. Derzeit sind insgesamt zusätzlich bereits 368 Soldaten des Bundesheeres im Assistenzeinsatz im Rahmen der Corona-Krise, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) nach dem Ministerrat. Diese Zahl werde ab Freitag mit der Testpfllicht bei Ausreisen nochmals deutlich ansteigen.

Sechs Millionen Impfdosen zusätzlich bestellt

Der Kauf zusätzlicher Corona-Impfdosen durch die Bundesregierung ist eine Reaktion darauf, dass Hersteller bei den bisherigen Kontingenten mit Lieferverzögerungen gedroht hatten. Deswegen war auch in der Öffentlichkeit und von den Oppositionsparteien Kritik laut geworden. Die Bundesregierung hat nun im Ministerrat beschlossen, die Möglichkeit der Bestellung zusätzlicher Kontingente an Impfstoffen im Rahmen der gemeinsamen Beschaffung durch die EU zu nützen. Damit sollen in Summe sechs Millionen Impfdosen nach Österreich kommen, wie der Gesundheitsminister erläuterte. Insgesamt bleibe es beim Ziel, dass bis Ostern Anfang April eine Million Menschen geimpft sein sollen.