Im besonders von der südafrikanischen Corona-Variante betroffenen Bezirk Schwaz richtet sich der Fokus noch einmal verstärkt auf die Zillertaler Gemeinde Mayrhofen. Dort liegen nach einer PCR-Analyse derzeit insgesamt 17 konkrete Verdachtsfälle vor, teilte das Land Tirol am Dienstag mit. Zwei der 17 Verdachtsfälle betreffen den lokalen Kindergarten bzw. die Mittelschule, hieß es.

Insgesamt verzeichnete Mayrhofen 35 Corona-Positive, davon zehn im Kindergarten (sieben Kinder und drei Betreuungspersonen) und eine Lehrperson in der Mittelschule. Alle Betroffenen wurden abgesondert und befanden sich in Quarantäne. "Wir haben umgehend strenge Maßnahmen getroffen und bis jedenfalls kommenden Montag den Präsenzunterricht an der Mittelschule in Mayrhofen ein- bzw. auf Distance-Learning umgestellt", sagte Bezirkshauptmann Michael Brandl. Im Kindergarten wurden die Betreuung zumindest bis Montag eingestellt.

Einen Cluster mit sieben Fällen entdeckte man indes auch an der Volksschule Schlitters im Zillertal. Betroffen waren dort fünf Schüler und zwei Lehrer. "Dort besteht jedoch im Gegensatz zu Mayrhofen der Verdacht auf die britische Mutation. Analog zur Vorgehensweise in Mayrhofen werden die SchülerInnen, PädagogInnen und Eltern auch dort getestet", so Brandl.

46.000 Tests im Bezirk Schwaz

Unterdessen setzt das Land im gesamten Bezirk weiter auf intensives Testen und Contact-Tracing. Im Rahmen der Testoffensive seit Auftreten der Südafrika-Causa wurden laut Land bisher über 46.000 Testungen im Bezirk Schwaz durchgeführt - dabei wurden rund 300 Infektionen entdeckt.

Der Test-Fokus im Bezirk Schwaz soll bis Mitte März verlängert werden. Die aktuellen Entwicklungen würden zeigen, "dass wir massiv auf der Hut bleiben müssen", begründete Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) die Entscheidung in einer Aussendung nach der Sitzung der schwarz-grünen Landesregierung und appellierte einmal mehr an die Bevölkerung, "im Kampf gegen das Coronavirus nicht nachzulassen und sich regelmäßig testen zu lassen".

Als Teil des Maßnahmenbündels werden von der Gesundheitsbehörde gemeinsam mit der Polizei auch laufend Schwerpunktkontrollen durchgeführt, um die Einhaltung der Covid-Maßnahmen zu überprüfen. Am vergangenen Freitag seien im Zuge von 27 Kontrollen bei Handelsbetrieben im Bezirk Schwaz 18 Anzeigen erstattet worden. Der Kontrolldruck würde bereits Wirkung zeigen - man habe festgestellt, dass Sicherheitskonzepte in den Betrieben nachgeschärft wurden, berichtete Bezirkshauptmann Brandl. (apa).