Nach Ansicht von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) werden weder die bevorstehende Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs für über 65-Jährige noch mögliche Lieferschwierigkeiten des Unternehmens größere Auswirkungen auf den österreichischen Impfplan haben. "Wir sind bei der Impfplanung auf der sicheren Seite", sagte er in einer Pressekonferenz am Mittwoch, denn man sei seit längerem davon ausgegangen, dass es weniger Lieferungen im zweiten Quartal 2021 geben werde.

Bezüglich der AstraZeneca-Impfung von auch über 65-Jährigen lägen nun ausreichend Studien vor. "Deswegen warte ich auf die offizielle Empfehlung des nationalen Impfgremiums." Sobald diese da sei, werde man dies umsetzen. Logistisch bringe dies Erleichterungen, denn oft müssten ältere, nicht mehr mobile Menschen vom niedergelassenen Arzt für die Impfung besucht werden. Mit den gegenüber Pfizer/Biontech geringen Anforderungen an die Kühlung werde dies dann einfacher.

Der prioritäre Impfstoff für das zweite Quartal bleibt laut Anschober jedoch der Pfizer/Biontech-Impfstoff. Das zeigt sich beim aktuellen Impfplan des Gesundheitsministeriums, der beim Produkt von AstraZeneca für das zweite Quartal 1,2 Millionen Dosen (nach 780.000 im ersten) vorsieht, die Menge von Pfizer/Biontech beläuft sich jedoch auf 4,1 Millionen (1. Quartal: 1,2 Mio.). Dabei handelt es sich jedoch um vorläufige Angaben, da Lieferengpässe nicht ausgeschlossen werden können. Laut AstraZeneca gibt es aktuell zwar Probleme bei der Produktion des Impfstoffs in Europa, jedoch werde auf die weltweiten Ressourcen zurückgegriffen, um die Lieferung von 180 Millionen Dosen an die EU im zweiten Quartal zu erreichen.

Ärztekammer: "Alle drei Impfstoffe sind sicher"

Die geplant adaptierte Empfehlung im Impfplan zur Anwendung des AstraZeneca-Impfstoffs für über 65-Jährige hat auch Auswirkungen auf den Terminkalender des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ). Er teilte in einer Aussendung mit, die für den Donnerstag vorgesehene Pressekonferenz zum Wiener Impfplan auf kommende Woche verschieben, um die diesbezügliche Entscheidung des Impfgremiums abzuwarten und einzuarbeiten

Vonseiten der Ärztekammer hieß es in einer Aussendung zu allen drei bisher zugelassenen Impfstoffen, dass es nicht ratsam sei, eine angebotene Immunisierung wegen Bedenken bezüglich eines Vakzins abzulehnen. "Alle drei in Österreich zugelassenen Impfstoffe sind sicher und schützen bei den hierzulande vorherrschenden Virusarten zu beinahe 100 Prozent gegen schwere Krankheitsverläufe", sagte Rudolf Schmitzberger. Es sei daher absolut verfehlt, wegen etwaiger Bedenken eine Impfung aufzuschieben: "In dieser unnötigen Wartezeit besteht nämlich kein Impfschutz und man setzt sich einem unnötigen Risiko aus, zu erkranken", betonte er in einer Aussendung. (apa)