In der Zillertaler Gemeinde Mayrhofen wird die am Mittwoch auslaufende Testpflicht-Verordnung nicht verlängert. Seit Freitag wurden 3.226 Coronatests durchgeführt, wobei 27 ein positives Ergebnis hervorbrachten. 34 Personen mit Verdacht auf die südafrikanische Virusvariante galten als aktiv positiv, teilte das Land Dienstagabend mit.

Der Salzburger Pongau weist heute, Dienstag, eine Sieben-Tage-Inzidenz von 455 auf, viele Neuinfektionen in Bad Hofgastein und Radstadt führen hier zu einer Inzidenz von 1.042 beziehungsweise 1.168, vermeldet der Salzburger Landespressedienst. "Diese Entwicklung ist äußerst besorgniserregend, wir müssen reagieren", sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Deshalb werde das Land verpflichtende Ausfahrtsbeschränkungen für beide Orte ab Freitag, dem 5. März, pünktlich um 0:00 Uhr einführen.

Gesundheitsbehörden und die Polizei werde darüber hinaus kontrollieren, ob die allgemeinen Corona-Maßnahmen und Absonderungsbescheide eingehalten werden.

Haslauer: "Müssen Infektionsgeschehen wieder in den Griff bekommen"

"Wir müssen jetzt reagieren, denn die Corona-Neuinfektionen in den beiden Gemeinden gehen durch die Decke", sagt Haslauer. Er habe sich mit den beiden Bürgermeistern,  Markus Viehauser von Bad Hofgastein und Christian Pewny von Radstadt, sowie mit Bezirkshauptmann Harald Wimmer und der Landessanitätsdirektion besprochen. "Wir waren uns einig, dass es diese verstärkten Maßnahmen braucht, um das Infektionsgeschehen in diesen beiden Gemeinden wieder in den Griff zu bekommen", so Landeshauptmann Haslauer.

Personen im Alter über 15 sind beim Verlassen des Ortes ab Freitag vorerst bis einschließlich Donnerstag, den 18. März dazu verpflichtet, ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorzulegen, das nicht älter als 48 Stunden ist. Die Testmöglichkeiten werden mit längeren Öffnungszeiten in beiden Orten erweitert. Für die Kontrollen, die auch bei der Ausreiche mit dem Bus oder der Bahn vorgesehen sind, hat Hauslauer das Bundesheer zum Assistenzeinsatz angefordert.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gab per Aussendung bekannt, dass er "in den nächsten Tagen einen "Automatismus" vorlegen werde, wonach in Bezirken die eine Sieben-Tages-Inzidenz von 400 erreichen, ein "Sicherheitsnetz" gespannt werde. Dieses beinhalte verpflichtende Ausreisetestungen, Schwerpunktkontrollen, aber auch ein weiteres Ausrollen der FFP2-Pflicht und Präventionsprogramme. "Mit diesem Sicherungsnetz wollen wir generell die derzeitige Zunahme der Infektionszahlen begrenzen und vor allem auch überall dort eingreifen, wo wir starke regionale Zuwächse erkennen, da diese oft der Ausgangspunkt für generelle Steigerungen darstellen", erläutert Anschober.

Kärnten bereitet sich auf Ausreisetests für Hermagor vor

Kärnten bereitet man sich nach einer entsprechenden Ankündigung aus dem Gesundheitsministerium auf mögliche Ausreisetests für den Bezirk Hermagor vor. Wie Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) am Dienstag in einer Videokonferenz sagte, seien die Tests ein Teil von zahlreichen anderen Maßnahmen im Bezirk, wie etwa die zusätzliche Testung von Infizierten. Diese hätte ergeben, dass viele von ihnen auch knapp vor Quarantäne-Ende noch ansteckend waren. In Mayrhofen im hinteren Zillertal in Tirol, wo es solche Ausreisetestkontrollen bereits seit Samstag gibt, verlaufen diese weiterhin problemlos.

Mit Dienstag lag die Sieben-Tages-Inzidenz laut Ages im Bezirk Hermagor bei 664, also deutlich über dem Wert von 400, ab dem Ausreisetests verhängt werden sollen. Kaiser sagte, er habe bereits von Landeshauptmann-Kollegen Günther Platter (ÖVP) Informationen über die Maßnahmen, die in Tirol angewendet werden, angefordert. Diese will man am Donnerstag in den Gremien in Kärnten besprechen und an das Gesundheitsministerium weiterleiten, damit dort die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden können.

In Hermagor gelten seit voriger Woche zahlreiche andere Maßnahmen, um die Neuinfektionen im stark von der britischen Virusmutation B.1.1.7 belasteten Bezirk unter Kontrolle zu bringen. Eine davon ist, Infizierte zwei Tage vor Ablauf der Quarantäne noch einmal zu testen: Kaiser berichtete von "60 bis 70, bis hin zu fast 80 Prozent", die noch infektiös waren. Er könne sich auch vorstellen, dass solche Tests kärntenweit eingeführt werden: "Auch wenn man dazusagen muss, dass Hermagor mit Abstand die höchste Durchseuchung mit der britischen Virusmutation hat."

Generell stieg die Sieben-Tages-Inzidenz, berechnet anhand der vom Landespressedienst veröffentlichten Zahlen, in Kärnten auf 180. Die Belegung der Intensivstationen mit Corona-Patienten hat in den vergangenen Tagen langsam aber stetig zugenommen. Während im Februar meist deutlich weniger als zehn Covid-19-Kranke intensivmedizinisch betreut wurden, waren es mittlerweile wieder 16 - so viele wie zuletzt im ersten Jänner-Drittel. Insgesamt waren mit Stand Dienstagfrüh 91 Kärntner Coronavirus-Patienten in Krankenhausbehandlung.

Keine weiteren Zurückweisungen bei Mayrhofen-Kontrollen

In Tirol waren mit Stand Dienstagmittag 1.234 Personen mit dem Coronavirus infiziert - um 57 mehr als am Montag. Einen Rückgang gab es hingegen erneut bei den aktiv positiven bestätigten Fällen und Verdachtsfällen auf die südafrikanische Virus-Variante: Sie sanken um zwei auf 87. Auch die Lage in den Tiroler Spitälern entwickelte sich positiv: 83 Corona-Patienten wurden dort noch behandelt, vier weniger als am Tag davor, 24 davon auf den Intensivstationen. 

Die meisten aktiv Positiven gab es allerdings nach wie vor im, wegen der Südafrika-Mutante besonders im Fokus stehenden, Bezirk Schwaz mit 272. In Mayrhofen im Zillertal  waren es 65 Menschen. Die am Samstag gestarteten Ausreisetestkontrollen verlaufen problemlos. Seit Montag gab es keine einzige Zurückweisung mehr, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag zur APA. Seit dem Start der Ausreisekontrollen am Samstag waren insgesamt nur 16 Zurückweisungen notwendig.

Insgesamt seien seit Montag 1.712 Fahrzeuge und 1.906 Personen kontrolliert worden. Auch bei den Kontrollen an stark frequentierten öffentlichen Orten im Freien in Mayrhofen, Schwaz und Jenbach, auf denen das Tragen einer FFP2-Maske verpflichtend ist, gab es weiter keine besonderen Vorkommnisse. In der Zillertaler Tourismushochburg gilt im Übrigen ein harter Lockdown konfrontiert - der Handel war geschlossen und die Schulen im Distance Learning. (apa, red)