Im Kampf gegen die Südafrika-Mutation des Coronavirus wird es ab kommender Woche außertourlich Impfdosen von BionTech/Pfizer geben. Für den Bezirk Schwaz, der besonders von dieser Variante betroffen ist, hat die EU-Kommission einer Vorauslieferung von 100.000 Impfdosen zugestimmt. Das gaben Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Mittwoch nach dem Ministerrat bekannt. Zugeschaltet beim Pressefoyer waren Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne).

Wegen des Clusters der Südafrika-Mutation gelten seit 12. Februar Ausreisebeschränkungen aus Tirol nach Restösterreich. Diese bleiben vorerst aufrecht. Bis rund um den 10. März, kündigte der Gesundheitsminister an. Danach soll die Testpflicht für Ausreisen nur mehr für den Bezirk Schwaz gelten.

Im Gegenzug für die Extra-Impfstofflieferung von BionTech/Pfizer wird der Bezirk Schwaz eine Region für eine eigene Studie sein. Dort wird dann getestet, wie der Impfstoff bei der südafrikanischen Variante wirkt. Verbunden damit sind Ausreisetests aus dem Bezirk Schwaz.

Kurz und Anschober erläuterten, dass die Zahl der aktiven Fälle der Südafrika-Mutation des Coronavirus zwar von rund 200 auf rund 100 Fällen zurückgegangen sei. Die Sonder-Impfstofflieferung, für die der Bundeskanzler ausdrücklich EU-Kommissionspräsidentin Ursula Von der Leyen dankte, soll die Chance erhöhen, von den geltenden Ausreisebeschränkungen aus Tirol abgehen zu können. Man müsse die Südafrika-Variante "so gut als möglich auslöschen", sagte Kurz. "Auf null wird man nicht kommen", es solle aber in Richtung null gehen.

Platter und Felipe zeigten sich erfreut, dass der Bezirk Schwaz nunmehr für ganz Europa zur Forschungsregion werde. Bundeskanzler Kurz und Gesundheitsminister Anschober betonten, dass die geplante rasche Durchimpfung des Bezirks Schwaz werde "keine negativen Auswirkungen auf andere Bundesländer" haben. Andere Bundesländer erhalten demnach nicht weniger Impfdosen.