Österreich und Israel sind mit je 8,9 Millionen Einwohnern gleich groß. In Israel waren am Mittwoch bereits 4,847.286 Menschen gegen Covid-19 einmal geimpft, in Österreich 456.881 Personen. Von Israel kann man also ohne weiteres einiges lernen.

Bei der Reise nach Israel, die Österreichs Kanzler Sebastian Kurz gemeinsam mit seiner dänischen Amtskollegin Mette Frederiksen am Donnerstag unternommen hat, sollte es allerdings nicht nur um Lehren aus dem Hier und Jetzt gehen. Viel mehr wollten Frederiksen und Kurz auch ein Paket für die Zukunft schnüren und die Kooperation von Forschung und Entwicklung bei Impfstoffen vorantreiben. Man müsse sich darauf vorbereiten, dass man in den nächsten Jahren immer wieder gegen Covid-19 immunisieren muss, sagte Kurz. "Experten rechnen damit, dass wir auch in den kommenden Jahren jeweils zwei Drittel der Bevölkerung, also über sechs Millionen Österreicher, jährlich impfen müssen."

Konkret sollte es vor allem um die Erforschung von Impfstoffen der 2. Generation gehen. Am Ende des Treffens stand am Donnerstag aber vor allem eine Willenskundgebung. So wollen Österreich, Dänemark eine gemeinsame Stiftung für Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung von Covid-19 gründen. Die Stiftung soll dann der Grundstein für eine Kooperation bei Corona-Impfstoffe sein. Auf einen konkreten Zeitplan wollte sich Israels Premier Benjamin Netanjahu auf Journalisten-Nachfrage nicht festlegen.
Der Zusammenschluss der drei Staaten in Sachen Impfung war zuletzt von Frankreich deutlich kritisiert worden. Die Impfstoffbeschaffung müsse weiterhin "im europäischen Rahmen" erfolgen, sagte eine Sprecherin des französischen Außenministeriums am Donnerstag.

Grüner Pass für mehr Freiheit


Zum Auftakt ihrer Visite hatten Kurz und Frederiksen in der Stadt Modi’in in einem Fitnessstudio an der Präsentation des sogenannten "Grünen Passes" teilgenommen. Dieser elektronische Impfpass in Form einer Handy-App war im Februar in Israel eingeführt worden und bestätigt eine Impfung beziehungsweise eine überstandene Corona-Erkrankung. Die Europäische Union hatte sich beim jüngsten EU-Gipfel auf ein ähnliches Modell geeinigt, das derzeit von der EU-Kommission erarbeitet wird und voraussichtlich in drei Monaten ausgerollt werden soll.