Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betrachtet das Streben Österreichs nach einer Impfstoffkooperation mit Israel nicht als Kritik an dem EU-Kurs in Sachen Impfkampagne. "In Pandemie-Zeiten ist es wichtig, zusätzliche Kooperationen auch über die EU hinaus zu entwickeln", so der Gesundheitsminister im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Samstagsausgabe).

 "Zu Beginn der Pandemie hat es wiederholt internationale Kontakte zu Israel und anderen Staaten auch außerhalb des EU-Raums gegeben. Wir wollen so intensiv wie möglich zusammenarbeiten, auch im Bereich Wissenschaft und Forschung. Die Pandemie kennt keine Grenzen", sagte Anschober.

In Sachen "Grüner Impfpass" ist es laut Anschober wichtig, eine europäische Lösung zu finden. Dies sei für Österreich eine "Priorität". Es sei notwendig, dass Europa sich für gemeinsame Standards entschließe. "Wir erwarten uns, dass dieser Pass in ganz Europa gültig ist", erklärte der Minister. Dies sei der beste Weg für die "Rückkehr zu einem normalen Leben".

Anschober begrüßte, dass der Vermarkter des russischen Impfstoffes Sputnik V bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung beantragt habe. "Ich denke, dass wir auch in Zukunft die zentrale Rolle der EMA akzeptieren sollten", erklärte der Minister.

Bei den Verhandlungen mit den Lieferanten der Impfstoffe habe die EU keine Fehler gemacht. "Das Grundkonzept und die Struktur der europäischen Verträge sind jene, die ursprünglich von Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden bestimmt wurden. Nicht nur Europa wurden geringere Impfstoff-Mengen geliefert. Die Lage ist in den meisten anderen Ländern ähnlich", so Anschober. (Apa)