Bayern hat mit dem heutigen Montag die seit Mitte Februar geltenden Einreisebestimmungen aus sogenannten Virusvariantengebieten, worunter ein Großteil Tirols fällt, verschärft. Es gilt nun eine von zehn auf 14 Tage verlängerte Quarantänedauer, wie aus der Novelle der Einreise-Quarantäneverordnung hervorgeht. Eine Verkürzung der Quarantänepflicht - das "Freitesten" - nach fünf Tagen mittels negativem Testergebnis ist demnach nicht mehr möglich.

Aktuell dürfen aus Virusmutationsgebieten - neben Tirol fallen darunter auch Tschechien und die Slowakei - nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es etwa für Lkw-Fahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die Maßnahmen waren am Mittwoch bis zum 17. März verlängert worden. Die aktuelle Novelle der Einreiseverordnung bringt mit sich, dass lokale Behörden (Kreisverwaltung) im Einvernehmen mit der zuständigen Regierung auch über den Einzelfall hinausgehende Ausnahmen für die Einreise erteilen können, "soweit dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist".

Zur Begründung hieß es, dass die Verschärfungen den Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) entsprächen. Durch die Verlängerung der Quarantänedauer aus Virusmutationsgebieten werde der "Schutz der Bevölkerung vor dem Eintrag der vermutlich gefährlicheren und ansteckenderen Virusvarianten" geboten. Bei der Entscheidung sei auch berücksichtigt worden, das eine Infektion mit einer Virusvariante erheblich länger dauern kann, "weshalb eine Verbreitung dieser Varianten nur durch eine länger dauernde, nicht abkürzbare Quarantäne verhindert werden kann".

Vorerst bis 28. März gültig

Die Bestimmungen für die Einreise aus "Risikogebieten" - derzeit ganz Österreich, außer der Großteil Tirols - bleiben unverändert. Die neue Einreise-Quarantäneverordnung ist vorerst bis 28. März gültig.

Auch Wien wird die Empfehlung des Bundes zur Ausweitung der Quarantänefrist für SARS-Cov-2-Infizierte umsetzen. Die Zeit erstreckt sich nun nicht mehr über zehn, sondern für Infizierte und Kontaktpersonen wieder über 14 Tage, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) ankündigte. Sein Büro bestätigte der APA einen entsprechenden Bericht der "Kronen Zeitung".

Die Maßnahme ist eine Folge der Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante, die laut derzeitigen Erkenntnissen deutlich infektiöser ist. Der Beschluss zur Ausweitung der Quarantäne erfolgt heute, Montag, im Krisenstab.

Vorzeitiges Beenden möglich

Es mache keinen Sinn, die Quarantäne für Infizierte auslaufen zu lassen, wenn die Leute danach noch immer ansteckend seien, gab Hacker zu bedenken. Bei an Covid-19 erkrankten Personen kann jedoch kontrolliert werden, wie infektiös sie noch sind. Zeigt ein von ihnen absolvierter Test nur mehr einen sehr niedrigen Wert, kann die Absonderung ab dem zehnten Tag vorzeitig beendet werden.

Auch Kontaktpersonen können die Quarantäne schon nach zehn Tagen abschließen. Dafür müssen sie einen negativen PCR-Test vorweisen und keine Symptome haben. Die Änderungen sollen unverzüglich in Kraft treten, hieß es.

Mit Stand Montag sind in Wien seit Beginn der Pandemie 96.772 positive Testungen bestätigt. In den vergangenen 24 Stunden wurden 583 Neuinfektionen in die Statistik aufgenommen. Aktuell sind noch 5.895 Personen erkrankt. Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt 1.729. Das ist ein Anstieg um sieben Fälle seit gestern, Sonntag. (apa)