Das Corona-Transparenzgesetz verpflichtet den Regierungschef zur Auskunft über bestimmte Ausgaben aufgrund der Corona-Epidemie. Seit März des Vorjahres hat die türkis-grüne Bundesregierung versucht, die Bevölkerung vor allem mittels Werbekampagnen über das richtige Verhalten zur Bekämpfung der Epidemie zu informieren. Die Kosten dafür beliefen sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 25,55 Millionen Euro, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einem aktuellen Bericht an den Nationalrat angibt. Ursprünglich waren für die Informationskampagne zur Corona-Krise 19,05 Millionen Euro vorgesehen gewesen.

Die Dauer der Corona-Epidemie und die im Herbst 2020 beschlossenen neuerlichen Verschärfungen der Schutzmaßnahmen samt Lockdown und das große Testangebot für die Bevölkerung haben jedoch die Budgetkosten erhöht. Im Oktober 2020 wurden die Ausgaben um fünf Millionen Euro aufgestockt, im Dezember schließlich noch ein weiteres Mal um 1,3 Millionen Euro. 252.000 Euro von dieser Summe wurden schließlich im vergangenen Jahr nicht mehr ausgegeben, wie der Aufstellung von Kurz hervorgeht.

Für heuer wurden für die Informationstätigkeit der Bundesregierung weitere Mittel veranschlagt. Nach den Angaben des Bundeskanzlers sind für 2021 vorerst 21,7 Millionen Euro für Informationskampagnen der Regierung vorgesehen, um der Bevölkerung die Schutzmaßnahmen näherzubringen.

780 Millionen Euro für Familien

Die Kosten für finanzielle Hilfen der türkis-grünen Bundesregierung sind ungleich höher. Die Regierung hat die Summe möglicher Mittel aus dem Corona-Hilfspaket mit bis zu 50 Milliarden Euro beziffert. Dabei fallen besonders die Ausgaben für die Kurzarbeit in Höhe mehrerer Milliarden Euro ins Gewicht. Im Bundeskanzleramt ist das Ressort von Frauen- und Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) angesiedelt. Daher beinhaltet der Bericht von Bundeskanzler Kurz auch Angaben zur Höhe der bekannten Hilfsleistungen für Familien. In Summe haben die Familien demnach 780 Millionen Euro an Corona-Hilfen im vergangenen Jahr erhalten.

Den mit Abstand größten Brocken machte die im September 2020 ausgezahlte Einmalzahlung in Form eines Bonus von 360 Euro für jedes Kind aus. Aus dem Budget wurden dafür 665 Millionen Euro locker gemacht. Weitere 100 Millionen Euro flossen aus dem Familienhärtefonds. Schließlich wurden 16,6 Millionen Euro aus dem Familienkrisenfonds für einkommensschwache Familien in Notlage ausgezahlt, die bereits vor dem Ausbruch der Corona-Epidemie im März des Vorjahres von Arbeitslosigkeit betroffen waren. Die Kosten für die Abwicklung durch den Familienhärtefonds und den Krisenfonds werden mit 6,56 Millionen Euro beziffert. Für heuer sind für den Familienhärtefonds weitere 50 Millionen Euro veranschlagt.