"Ihr Jahrgang 2020/21 ist keine lost generation." und "Bewahrt euren Optimismus": Bildungsminister Heinz Faßmann versuchte jene rund 40.000 Schüler, die heuer die Reifeprüfung ablegen, aufzumutern. Am Freitag stellte er das nun fertiggeschnürte und präzisierte Maturapaket vor. Start ist, wie schon bekannt, am 20. Mai. Wie im Vorjahr gibt es wegen der Corona-Einschränkungen Erleichterungen: nur drei schriftliche Reifeprüfungen, die mündliche Matura am 16./17. Juni ist freiwillig, die Jahresnote der Abschlussklasse fließt in die Beurteilung ein.

"Es wird nichts geschenkt. Das habt ihr auch gar nicht notwendig", sagte der Bildungsminister den Schülern der Abschlussklassen. Es werde aber auch nicht so getan, als wäre nichts passiert. Er sprach von einer "humanisierten Matura". Statt vier wird es wie im Vorjahr nur drei schriftliche Reifeprüfungen geben. Start ist am 20. Mai mit Deutsch, am 21. Mai steht Mathematik bevor, zwischen 25. und 31. Mai folgt dann eine schriftliche Matura in einer Fremdsprache. Eine vierte schriftliche Matura kann freiwillig absolviert werden.

Die mündliche Matura ist ebenso wie die Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich freiwillig. Wer die schriftliche Matura positiv abschließt und im Jahreszeugnis zumindest ein Befriedigend hat sowie 30 Prozent des erforderlichen Ergebnisses bei der schriftlichen Matura schafft, hat die Reifeprüfung bereits bestanden. Die Vorgabe mit 30 Prozent beim Matura-Ergebnis erfolgt, um zu verhindern, dass jemand mit einer guten Note im Jahreszeugnis die schriftliche Matura bewusst ohne Antworten abgibt, wie das im Vorjahr in einigen Fällen passiert ist. Wer ein negatives Ergebnis bei der schriftlichen Matura aufweist und auch kein Befriedigend im Abschlusszeugnis hat , muss zur mündlichen Matura als Kompensationsprüfung antreten. Bei der mündlichen Matura wird der jeweiligen Themenbereich eingeschränkt. Faßmann zeigte sich generell zuversichtlich: "Mathematik wird keine Hürde sein."

Direktoren sehen einen "Kompromiss"

Die Bundessprecherin der AHS-Direktoren, Isabella Zins vom BORG Mistelbach, bezeichnete die heurige Matura-Regelung bei der Pressekonferenz mit Faßmann als "Kompromiss". Beim Weg zur Matura seit November "da gab's kein Chaos", betonte sie. Zins zeigte sich vor allem froh, dass die mündliche Matura als freiwillige Aufgabe jedenfalls erhalten bleibt.

 Bundesschulssprecherin Alexandra Bosek sagte: "In einer Ausnahmesituation müssen auch Ausnahmen gemacht werden." Zugleich bekräftigte sie wie der Bildungsminister, dass es sich beim heurigen Matura-Jahrgang um "keine lost gneration" handle: "Das vergangene Jahr war kein Zurücklehnen."

Freitag wird auch Corona-Testtag

Die Corona-Einschränkungen, die etwa für Oberstufenschüler ab Anfang November über Wochen bis Februar nur Heimunterricht zugelasen haben, führen auch jetzt im Sommersemester zu weiteren Änderungen in allen Klassen. Wie schon im ersten Semester des Schuljahres 2020/21 wird es nur eine Schularbeit pro Fach geben. Wenn jemand in einer Klasse mit einem Nicht genügend abschließt, so kann er trotzdem automatisch in die nächste Klasse aufsteigen - außer er hatte schon im Vorjahr in diesem Fach ein Nicht genügend. Bei zwei oder mehr Nicht genügend liegt die Entscheidung über das Aufsteigen bei der Lehrerkonferenz.

Bei den Corona-Selbsttests der Schüler kommt es in den Volksschulen, Mittelschulen und Unterstufen ab kommender Woche zu einer weiteren Neuerung. Künftig wird auch der Freitag zum Testtag, wie Faßmann am Donnerstagabend in der "ZiB 1" angekündigt hat. Bisher waren Montag und Mittwoch fixe Tage für den Corona-Selbstest.