Für den Geschäftsführer des SPÖ-Pensionistenverbandes, Andreas Wohlmuth, handelt es sich schlicht um "Abzocke". Grund für seinen Ärger ist, dass Pensionisten bis zu 50 Euro für die Bestätigung eines ärztlichen Attests zahlen müssen, wenn sie als "Hochrisikopatient" eine Corona-Impfung rasch erhalten wollen. Die Bescheinung muss aufgrund einer Verordnung des Gesundheitsministeriums ausgestellt werden. Die Zahlung müsse sofort beendet werden, forderte der SPÖ-Pensionistenverband am Freitag.

Die Corona-Impfungen in Österreich sorgen nicht nur wegen des Impfplans und wegen der Diskussionen um die Freigabe des AstraZeneca-Impfstoffs für Aufregung. Wohlmut berichtet, beim SPÖ-Pensionistenverband würden die Telefone heißlaufen, weil sich Pensionisten beschweren, dass sie bis zu 50 Euro für ein Attest als Hochrisikopatient zahlen müssten. Das müsse sofort beendet werden, Pensionisten müssten das Attest kostenlos erhalten, lautet daher die Forderung der roten Pensionistenorganisation.

Ärger über Ungleichbehandlung

Die bisherige Regelung stößt Wohlmut wegen der Ungleichbehandlung besonders sauer auf. Denn für Arbeitnehmer und auch Lehrlinge sei die Bestätigung, ein Hochrisikopatient zu sein, im Gegensatz zu Pensionisten kostenlos. Das will man so nicht länger hinnehmen.

Der ÖVP-Seniorenbund hat am Donnerstag mit Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und Branchenvertretern körpernaher Dienstleister rasch niederschwelligere Corona-Tests etwa für Friseurbesuche verlangt und deswegen einen Brief an Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) geschickt. Damit soll der Zugang zum Friseur, aber etwa auch zu Fußpflegern für Senioren erleichtet werden. Vom SPÖ-Pensionistenverband kommt dabei nicht nur Unterstützung, man habe das schon seit längerem gefordert, wird betont. (ett)