3.023 Neuinfektionen sind am Samstag innerhalb von 24 Stunden österreichweit registriert worden, womit sich dieser Wert zum zweiten Mal seit Freitag bei über 3.000 beläuft. 2.557 Neuinfektionen waren es noch am Samstag vergangener Woche gewesen. Laut den Daten von Innen- und Gesundheitsministerium waren insgesamt 1.639 Personen mit einer SARS-CoV-2-Infektion in Spitalsbehandlung, das sind um 30 mehr als gestern und ein Zuwachs von 188 innerhalb einer Woche.

Die für Montag angesetzten Gespräche der Bundesregierung mit Experten, Opposition und Landeshauptleuten werden unterdessen wohl noch nicht die von vielen ersehnten Öffnungsschritte der Corona-Maßnahmen bringen. Es stünden keine Entscheidungen für die Zeit nach Ostern an, hieß es am Samstag aus dem Bundeskanzleramt. SPÖ-Chefin Pamela-Rendi Wagner hatte zuvor angesichts stetig steigender Infektionszahlen vor Lockerungen gewarnt.

Dass der vor allem von Gastronomie und Tourismus gewünschte "Öffnungsgipfel" am Montag abgesagt sei, wie einige Medien berichtet hatten, wurde nicht bestätigt. Man werde Montagvormittag allerdings nur per Video konferieren, und für Entscheidungen sei es noch zu früh. "Wir wollen kommende Woche die Lage noch beobachten", hieß es im Bundeskanzleramt. Fragen wie eine Gastgarten-Öffnung ab 27. März bleiben damit noch offen.

Mit der Erkrankung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) dürfte die Verschiebung der Entscheidungen nichts zu tun haben. Der Minister, der wegen eines Infekts ausgefallen war, werde am Montag wieder einsatzbereit sein, wurde im Gesundheitsressort versichert.

Rendi-Wagner: "Weg der Sicherheit und Vernunft"

Rendi-Wagner hatte zuvor verlangt, dass die Regierung am Montag Maßnahmen diskutieren müsse, um dem Anstieg gegenzusteuern: "Lockerungen wären das Gegenteil", meinte die frühere Gesundheitsministerin. Weitere Schritte in diese Richtung führten dazu, dass Intensivstationen noch schneller an ihre Limits kämen. Sie plädiere für den "Weg der Sicherheit und der Vernunft".

Anders als die meisten SPÖ-Landespolitiker ist Rendi-Wagner derzeit auch gegen eine Schanigarten-Öffnung: "Bei 3.000 Neuinfektionen pro Tag mit steigender Tendenz und einer niedrigen Impfrate sind weitere Lockerungen ein viel zu großes Risiko."

Das Ziel müssten nach Ansicht Rendi-Wagners dauerhafte Lockerungen bei stabil niedrigen Infektionszahlen sein. Anfang Februar hätten man nicht frühzeitig öffnen sollen, sondern noch ein paar Wochen zuwarten: "Dann hätten wir heute stabilere niedrigere Zahlen und könnten zu Ostern dauerhaft öffnen, statt eine Überlastung der Spitäler zu riskieren." So wichtig das Testen sei, allein könne man sich darauf nicht verlassen.

360 belegte Intensivbetten am Samstag

Die Zahl der Intensivpatienten lag am Samstsg bei 360 und damit um 38 höher als vorigen Samstag, was einer Zunahme um knapp zwölf Prozent entspricht - in der Vorwoche belief sich dieser Prozentsatz noch bei 22. 25 Personen sind österreichweit in den vergangenen 24 Stunden gestorben, insgesamt sind nun 8.856 Personen seit Ausbruch der Pandemie vor über einem Jahr an den Folgen des Corona-Virus verstorben.

Die meisten Neuinfektionen wurden mit 718 in Wien gemeldet, 645 waren es in Nieder- und 430 in Oberösterreich wie auch in der Steiermark, 261 Fälle kamen in Salzburg, 202 in Kärnten und 189 in Tirol dazu. Im Burgenland gab es 120 positive Testergebnisse, in Vorarlberg 28. Der Sieben-Tage-Schnitt stieg dadurch am Samstag auf 2.599 Neuinfektionen. Neben dem 14. Jänner hatte es zuletzt Anfang und Mitte Dezember mehrmals deutlich über 3.000 neue Fälle an einzelnen Tagen gegeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner überstieg erstmals wieder die 200er-Marke und lag bei 204,4.

Seit Beginn der Pandemie gab es 491.065 positive Testergebnisse. 455.271 haben eine Infektion bereits wieder überstanden. Die offizielle Zahl der aktiven Fälle belief sich am Samstag auf 26.938 Personen. 41.562 PCR-Testergebnisse kamen innerhalb der vergangenen 24 Stunden hinzu, davon fielen 7,3 Prozent positiv aus, im Sieben-Tage-Schnitt waren es 5,7 Prozent.

981.056 Corona-Impfungen wurden bis Mitternacht in den E-Impfpass eingetragen, wie aus dem Dashboard auf info.gesundheitsministerium.at hervorgeht. Das bedeutet 47.542 Verabreichungen am Freitag. Insgesamt haben demnach 713.955 Menschen eine erste Dosis und 267.101 Personen die für einen vollständigen Impfschutz notwendigen beiden Impfdosen erhalten. (apa)