Die Abwicklung der Corona-Impfungen sorgt für bürokratische Probleme und Ärger. Zuletzt hat der SPÖ-Pensionistenverband mit einem Protest aufhorchen lassen, weil älteren Hochrisikopatienten für ein ärztliches Attest Kosten bis zu 50 Euro verrechnet wurden. Nun will die Sozialversicherung eine unbürokratische Lösung umsetzen.

Der Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, Peter Lehner, kündigte am Sonntag an, man wolle Risikopatienten unbürokratisch möglichst rasch umgehend Zugang den Corona-Impfungen ermöglichen. "Das ist der falsche Platz und der falsche Zeitpunkt für den österreichischen Amtsschimmel", betonte Lehner in einer Aussendung.

Über den Unmut von Pensionisten, die für ein Attest als Hochrisikopatient bis zu 50 Euro zahlen mussten, hat die "Wiener Zeitung" in der Online-Ausgabe am Freitag berichtet. Berichte im ORF-Radio und im ORF-Teletext folgten am Samstag. Nach dem Bericht der "Wiener Zeitung" war aus dem ÖVP-Seniorenbund zu erfahren, Obfrau Ingrid Korosec sei wie der SPÖ-Pensionistenverband um eine Regelung ohne Kosten für Risikopatienten bemüht. Betroffen waren neben Pensionisten auch Selbstständige und Bauern.

Schreiben soll als Bestätigung ausreichen

Sozialversicherungschef Lehner, der auch Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen und Bauern ist, erklärte, dass Risikopatienten ein Schreiben der Kassen erhalten sollen. Dieses müsse dann als "Bestätigung" für die Impfstellen ausreichen, meinte er. Er verstehe nicht, warum einzelne Bundesländer noch zusätzliche Atteste gefordert hätten, für die dann Extrakosten angefallen sind. Für Lehner ist das Vorgehen der Bundesländer insofern unverständlich, weil die Sozialversicherung über eine zentralisierte, umfassende Datenstruktur verfüge. Daher sei ein "Fleckerlteppich" beim Corona-Impfmanagement nicht notwendig.

Damit sollen Risikopatienten vorrangig zu Corona-Impfungen kommen. Gerade für Risikopatienten mit anderen, massiven Erkrankungen sei es wichtig, jetzt die Impfungen zu erhalten. Bürokratische Hürden und unklare Zuständigkeiten dürften einer "priorisierten Impfung" nicht im Wege stehen, meinte der Vorsitzende der Sozialversicherungsträger.

Für Lehner ist auch die verstärkte Einbindung der Ärzte bei den Corona-Impfungen überfällig. Die Hausärzte würden ihre Patienten kennen. Daher könnten die niedergelassenen Ärzte einen wertvollen Beitrag leisten, damit die besonders vulnerable Gruppe der Risikopatienten zu Corona-Impfungen komme. (ett)