Nach der Premiere der Sommerschulen in den letzten beiden Ferienwochen Ende August 2020 ist die Neuauflage in den heurigen Sommerferien bereits fix. Damit sollen vor allem Schüler mit Lerndefiziten wegen der Einschränkungen des Unterrichts als Folge der Coronakrise zusätzlich unterstützt werden. Im heurigen Sommer soll es zumindest in einigen Sommerschulen, vor allem in Wien, neben dem Unterricht am Vormittag auch Betreuung für die Schüler am Nachmittag geben.

Das Bildungsministerium bestätigte der "Wiener Zeitung", dass man bezüglich dieser Ausweitung der zweiwöchigen Sommerschulen mit den Bundesländern "in Abstimmung" sei. Das zusätzliche Angebot "soll dort ermöglicht werden, wo es gewünscht und benötigt wird", wird im  Büro von Bildungsminister Heinz Faßmann erläutert. Die Gespräche mit den Schulverantwortlichen in den Bundesländern sind dem Vernehmen nach in der Zielgeraden.

Im Büro des Wiener Bildungsstadtrates Christoph Wiederkehr (Neos) wollte man noch keine Details preisgeben. Dort hieß es zur Nachmittagsbetreuung in den Sommerschulen in Wien ebenfalls, man sei in Abstimmung mit dem Ministerium.

Start am 23. August

In Ostösterreich finden die Sommerschulen heuer von 23. August bis 3. September statt. Der Förderunterricht ist dabei werktags jeweils von 8 bis 12 Uhr fix vorgesehen. Das Angebot richtet sich an Schüler im Alter zwischen sechs und 14 Jahren in Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen. Der Förderunterricht, bei der im Vorjahr der Schwerpunkt auf Deutsch mit Schreiben, Lesen und Sprechen gelegen ist, wird auf Mathematik mit dem Erlernen von Grundkompetenzen und Sachunterricht ausgeweitet. Die Frist für die Erstanmeldung ist zwar am 12. März abgelaufen, es gibt aber eine Nachfrist bis 20. April.

Im Vorjahr haben rund 23.000 Schüler den Förderunterrricht in den letzten beiden Sommerferienwochen genützt. Bildungsminister Faßmann hat schon vor längerem angekündigt, dass er die Zahl der Sommerschüler heuer auf rund 50.000 verdoppeln möchte. Bundesweit waren 1350 Lehramtsstudenten und rund 1600 Pädagogen, die sich freiwillig gemeldet haben, im Einsatz.

Vor allem in den Ballungszentren wird damit gerechnet, dass eine Ausweitung des Angebots der Sommerschulen in den beiden letzten Sommerferienwochen ab Ende August von Eltern für ihre Kinder auch genützt werde. Intern wurden bereits Vorbereitungen getroffen. Konkret habe man in Wien bereits im Wege der Schuldirektorinnen und -direktoren erheben lassen, welche Schulen potenziell Interesse daran haben. In Wien gibt es allerdings neben den Sommerschulen schon länger die Alternative der sogenannten Summer Camps, die von der Stadt Wien organsiert werden.

Pflichtschullehrer-Vertreter betont Freiwilligkeit

In Wien wurden in den Sommerferien 2020 solche Förderangebote für Schüler mit Lernproblemen an 25 Volksschulen sowie zehn Mittelschulen und AHS-Unterstufen zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende der Zentralausschusses der Pflichtschullehrer in Wien, Thomas Krebs, von Fraktion der Christgewerkschafter (FCG) ist sich bewusst, dass es gerade in Wien Bestrebungen gibt, heuer auch eine Nachmittagsbetreuung auf die Beine zu stellen. "Ich sehe das Ganze relativ wertfrei", sagt der oberste Pflichtschullehrervertreter im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Wichtig ist ihm, dass es sich für die Schulen um ein freiwilliges Förderangebot handelt. Man wolle, dass das für die Lehrer und Schulleiter eine freiwillige Leistung sei, betont Krebs. Das bedeutet, dass weder Schulleiter noch Lehrer verpflichtend zum Förderunterricht in den Sommerschulen herangezogen werden.

Bei den Schulleitern ist allerdings noch eine Klärung offener Fragen für "eine friktionsfreie Sommerschule" notwendig, wie es in einer aktuellen Mitteilung der sozialdemokratischen Pflichtschullehrervertretung heißt. Dies sei notwendig, um jenen Schulen, die heuer Standorte von Sommerschulen sind, einen "reibungslosen Start in das Schuljahr 2021/22 zu ermöglichen". Das umfasst unter anderem die Frage, wer für entstandende Schäden haftet. Angeregt wird außerdem, die Sommerschulen am Freitag vor Schulbeginn im September außerhalb der Schulgebäude, etwa bei Abschlussausflügen stattfinden zu lassen. Damit sollen die Vorkehrungen für den ordnungsgemäßen Beginn des kommenden Schuljahres 2021/22 nicht beeinträchtigt werden.