Die Corona-bedingten Ausreisekontrollen für die niederösterreichischen Bezirke Wiener Neustadt-Land und Neunkirchen sind fix. Entsprechende Verordnungen treten am (morgigen) Donnerstag um 0.00 Uhr in Kraft. "Die Kontrollen starten sofort - zunächst wird abgemahnt, ab Freitag wird bei Verstoß Anzeige erstattet", hieß es am Mittwochnachmittag auf APA-Anfrage seitens des Landes.

Bereits seit dem 13. März finden in Wiener Neustadt Ausreisekontrollen statt. Nicht zuletzt aufgrund der Größe der nunmehr betroffenen Gebiete dürften die Maßnahmen für alle Beteiligten eine Herausforderung darstellen. So zählt der Bezirk Wiener Neustadt-Land rund 78.000 Einwohner und 35 Gemeinden, der Bezirk Neunkirchen mehr als 86.000 Einwohner und 44 Gemeinden. Gemeinsam mit Wiener Neustadt bildet sich ein 80 Kommunen und mehr als 209.000 Einwohner umfassender Hochinzidenzraum.

Ausreisekontrollen bei Sieben-Tages-Inzidenz von über 400

Gemäß einem Erlass von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gilt ein Bezirk dann als Hochinzidenzgebiet, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz über eine Woche hinweg über der 400er-Marke rangiert. In so einem Fall ist auf Landesebene eine Ausreisekontrollen umfassende Verordnung zu erlassen. In Niederösterreich wurde beschlossen, dass entsprechende Verordnungen - wie bereits in Wiener Neustadt - von den jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörden kommen sollen. Am Zug waren im konkreten Fall also die Bezirkshauptmannschaften Wiener Neustadt und Neunkirchen.

Achtmal in Serie wurde im Bezirk Wiener Neustadt-Land der Wert von 400 überschritten. Am Mittwochnachmittag wurde vom Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Zahl 427,8 verkündet. Siebenmal hintereinander über der maßgeblichen Schwelle lag der Bezirk Neunkirchen, als aktueller Wert galt 508,4. Damit hatte der Bezirk Neunkirchen die Spitzenreiterrolle im Bundesland inne. Auf Rang zwei folgte Wiener Neustadt mit 471,4. Scheibbs landete mit 386,3 wieder unter der 400er-Marke. Über 300 war auch Baden mit 380,9.

Veröffentlicht waren die Verordnungen am Mittwochnachmittag noch nicht. Angelehnt sein dürften sie an jene, die bereits seit dem 10. März in Wiener Neustadt in Kraft ist. Enthalten sind darin im Anschober-Erlass geforderte Ausreisebestimmungen: Vorweis eines maximal 48 Stunden alten negativen Antigentest-Ergebnisses oder eines höchstens 72 Stunden alten negativen PCR-Tests.

Ausreisekontrollen dürften nicht zuletzt aufgrund der Größe der nunmehr betroffenen Gebiete für alle Beteiligten eine Herausforderung darstellen. So zählt der Bezirk Wiener Neustadt-Land rund 78.000 Einwohner und 35 Gemeinden, der Bezirk Neunkirchen mehr als 86.000 Einwohner und 44 Gemeinden. Gemeinsam mit Wiener Neustadt würde sich ein 80 Kommunen und mehr als 209.000 Einwohner umfassender Hochinzidenzraum bilden.

Ausreisetestpflicht auch im Vorarlberger Leiblachtal

Wegen eines raschen Anstiegs der Corona-Infektionszahlen, auch mit der britischen Variante, gilt für das Leiblachtal (Bez. Bregenz) ab Donnerstag Ausreisetestpflicht. Das teilte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. Ab Mittwoch wird das Testangebot in den fünf Gemeinden so ausgeweitet, dass innert zwei Tagen alle 14.000 Bewohner eine Testmöglichkeit erhalten. Besonders betroffen sind Kindergärten und Schulen.

Die Ausreisetestpflicht gilt ab Donnerstag, 0.00 Uhr, für sieben Tage. Jeder, der die Region verlassen möchte, hat einen negativen Antigentest (nicht älter als 48 Stunden) oder PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) vorzuweisen. Sogenannte Wohnzimmertests gelten nicht, von der Testpflicht ausgenommen sind Kinder bis zehn Jahre.

Es werden drei Kontrollpunkte eingerichtet: am Autobahngrenzübergang Hörbranz, auf der L190 bei der Lochauer Klause und bei der Hörbranzer Auffahrt auf die Rheintalautobahn (A14) Richtung Bregenz. Der Rad- und Fußweg an der Lochauer Pipeline wird gesperrt.

Die Maßnahmen, die vorerst bis einschließlich 31. März gelten, werden aufgrund einer starken Fallzunahme und der Ausbreitung der britischen Virusmutation im Leiblachtal gesetzt. Sie gelten per Verordnung des Landes auf Grundlage des Epidemiegesetzes für die fünf Leiblachtal-Gemeinden Lochau, Hörbranz, Hohenweiler, Eichenberg und Möggers. Ausgenommen ist der Ortsteil Lochau Süd. Außerdem verkehren vorerst keine Züge vom Leiblachtal nach Bregenz. Von Bregenz kommende Züge nach Lochau bzw. Richtung Lindau halten weiter planmäßig, auch der Linienbusverkehr bleibt wie gewohnt aufrecht.

Die Maßnahmen würden in Absprache mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden Lochau, Hörbranz, Eichenberg, Möggers und Hohenweiler getroffen, sagte Wallner. Es bestehe kein Grund zur Dramatik, betonte er, man wolle aber rechtzeitig handeln - auch, um das "Vorarlberger Modell" der Öffnungen fortsetzen zu können: "Nicht zu reagieren wäre falsch." In Hörbranz sind in den vergangenen sieben Tagen 44 Corona-Fälle bekanntgeworden, davon acht mit der britischen Virusvariante. In Lochau waren es 15 Fälle in sieben Tagen, davon sechs mit der britischen Mutation. "Man sieht, es kann schnell gehen - letzte Woche hatten wir noch null Fälle", so der Hörbranzer Bürgermeister Andreas Kresser.

Zusätzliche Teststation in Vorarlberg

Von der Clusterbildung besonders betroffen sind Kindergärten, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. In Hörbranz wurde ein Kindergarten bereits geschlossen, ein weiterer stellt den Betrieb ab Mittwochfrüh vorübergehend ein. In Lochau wurde eine Volksschulklasse geschlossen. Der Anteil von Kindern und Erwachsenen an den Infizierten halte sich in etwa die Waage, berichtete Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher.

Ab Mittwochfrüh steht im Leiblachsaal in Hörbranz eine zusätzliche Teststation mit einer Testkapazität von 10.000 Menschen innerhalb von zwei Tagen zur Verfügung, berichtete Landesrat Christian Gantner (ÖVP). Zusätzlich stocken die Gemeinden ihre bereits bestehenden Angebote so auf, dass alle Bewohner des Leiblachtals innert 48 Stunden eine Testmöglichkeit haben. Wallner rief die Bevölkerung dringend auf, diese auch in Anspruch zu nehmen.

Landesweit zusperren müsse man jetzt jedenfalls nicht. "Das sehe ich nicht so", sagte Wallner am Dienstagabend im ORF-"Report" auf eine entsprechende Frage. Die Gesamt-Sieben-Tages-Inzidenz in Vorarlberg liege bei 78. Zwar habe es gegenüber dem Vortag einen Anstieg um 12 Punkte gegeben - "das ist ein Signal, dass es auch in die andere Richtung gehen kann", trotzdem habe man noch einen "Spitzenwert in Österreich". 

Ausreisetests für Virgen und Arzl in Tirol verlängert

Die Ausreisetestpflicht für die Tiroler Gemeinden Virgen (Bezirk Lienz) und Arzl im Pitztal (Bezirk Imst) wird bis 1. April verlängert. Ursprünglich war geplant gewesen, dass diese mit morgen, Donnerstag, ausläuft. Ein Ende der Testpflicht wird es dagegen wie vorgesehen für die Gemeinden Haiming, Roppen (Bezirk Imst) und Matrei in Osttirol geben. Wie im Fall der Gemeinde Elbigenalp (Bezirk Reutte) vorgegangen wird, werde noch entschieden, teilte das Land am Mittwoch mit.

Während in Matrei die Sieben-Tages-Inzidenz von über 1.000 auf 817 gesunken ist, blieb sie im benachbarten Virgen mit 1.122 auf einem hohen Niveau. Seit knapp zwei Wochen gilt hier die Maßnahme. In Matrei werde aber das verstärkte Testangebot aufrecht erhalten, hieß es. "Die Bevölkerung ist nach wie vor aufgerufen, sich vorsorglich testen zu lassen", sagte Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

In Arzl im Pitztal, in der seit einer Woche die Testpflicht besteht, lag die Sieben-Tages-Inzidenz noch bei 1.106. "Deshalb haben wir uns entschieden, die Testverpflichtung bis einschließlich 1. April zu verlängern", so Loidhold. Ob die Ausreisetestpflicht in Elbigenalp wie geplant am 26. März endet, war am Mittwoch noch unklar. Ebenfalls am 1. April auslaufen soll die Testverpflichtung für den gesamten Bezirk Schwaz, die am Dienstag wegen einer Mutation der britischen Coronavirus-Variante verlängert worden war. (apa)