Nach dem für 1. bis 6. April in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland angekündigten Oster-Lockdown mit  24-Stunden-Ausgangssperre und dem Schließen der Handelsgeschäfte wird in allen Schulen in den drei Bundesländern nach den Osterferien vorerst bis 9. April auf Heimunterricht umgestellt. Bildungsminister Heinz Faßmann betonte am Donnerstag, dass in der Woche nach Ostern wie schon früher eine Betreuung für Schüler in den Schulen sichergestellt werde, wenn Schüler nicht daheim betreut werden können. Er appellierte aber ausdrücklich an die Eltern, ihre Kinder möglichst daheim zu lassen und "tatsächlich zur Ruhe zu kommen".

Wie es ab 12. April weitergeht, ist unsicher

Der Fernunterricht gilt für alle Schüler in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland von 6. bis 9. April. Ob dann ab Montag, 12. April, die Rückkehr zum bisherigen System mit Präsenzunterricht in den Volksschulen und Schichtbetrieb mit geteilten Schulklassen in Mittelschulen und allen anderen Schulen erfolgt, ist zwar geplant, aber noch nicht sicher. "Was dann sein wird, muss man immer wieder neu bewerten", sagte Faßmann.  Jedenfalls trat er der Darstellung strikt entgegen, dass es sich nach den Osterferien um eine Verlängerung der Ferien handle. Es handle sich um Distance learning, für längere Ferien wäre eine Gesetzesänderung nötig, erläuterte der Ressortchef.

Der Bildungsminister kündigte außerdem an, dass die Quarantäneregeln und Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen bundesweit verschärftt werden. Wie bereits in Wien umgesetzt, wird künftig die gesamte Schulklasse in Quarantäne nach Hause geschickt, wenn eine zweite Kontaktperson ebenfalls positiv getestet wird. Die Dauer der Quarantäne wird außerdem generell von zehn auf 14 Tage ausgedehnt.

Noch eine weitere Neuerung ist nach den Osterferien fix. In Hochrisikogebieten, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz über 400 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in Gemeinden, aber auch Bezirken liegt, wird laut Faßmann ebenfalls der Schulbetrieb von Präsenz- auf Heimunterricht umgestellt.

Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) hatte am Mittwochabend bei der Ankündigung der "Osterruhe" in der Ostregion mit den Landeshauptleuten Michael Ludwig (SPÖ), Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Hans Peter Doskozil (SPÖ) angekündigt, dass in den Schulen die genaueren Corona-PCR-Tests statt der derzeitigen Antigen-Schnelltests für die Schüler schrittweise eingesetzt werden sollen. So rasch wird das allerdings nicht gehen. Faßmann meinte, dies "wäre wünschenswert", sei aber logistisch großflächig nur schwer umsetzbar. In Zusammenarbeit mit der Stadt Wien wird in der AHS Kundmanngasse im dritten Wiener Bezirk zunächst ein Pilotprojekt mit PCR-Tests gestartet. Bisher müssen in den Schulen bis zu dreimal pro Woche vor Schulbeginnn in der Früh die Antigen-Tests durchgeführt werden.

3500 bestätigte Corona-Fälle in Schulen

Gemeinsam mit Monika Redlberger-Fritz vom Zentrum für Virologie an der Wiener Medizinunversität wurde diesbezüglich bei einer Pressekonferenz Bilanz gezogen. Bei den seit den Semesterferien im Februar an allen Schulen in Österreich durchgeführten Selbsttests sind demnach rund 5000 positive Corona-Fälle entdeckt worden. Bei fast 3500 Personen haben sich dann bei PCR-Nachtests bei Schülern und Lehrpersonal die positiven Fölle bestätigt, bilanzierte Faßmann. In den vergangenen Wochen habe es an 24 von insgesamt 5800 Schulstandorten Schließungen geben müssen, 284 Schulklassen mussten in Quarantäne geschickt werden.

Expertin Redlberger-Fritz sieht die Antigen-Schnelltests in den Schulen als Erfolg an. Dadurch würden die "Inektionsketten" schneller unterbrochen. "Das bewirkt keine Trendumkehr, aber  wir haben wenigstens eine Abflachung" bei den Corona-Infektionen, erläuterte sie. Im Gegensatz dazu gebe in anderen Ländern ein exponentielles Wachstum der Neuinfektionen.