Über Ostern geht der Osten Österreichs in einen Lockdown. Ab Gründonnerstag, 1. April, gelten für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland strengere Regeln. Die genauen Regeln sollten noch im Laufe des Montags veröffentlicht werden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) berät derzeit noch mit den Landeshauptleuten der Ostregion über Konsequenzen aus den hohen Corona-Fallzahlen. Dem Vernehmen nach will Wien über die vergangene Woche festgelegten Verschärfungen über Ostern hinausgehen. Vor allem Niederösterreich meint, mit den schon gesetzten bzw. geplanten Maßnahmen zumindest fürs erste auszukommen.

Bei der Besprechung sind wieder Fachleute beigezogen. Die meisten von ihnen hatten zuletzt Zweifel, ob die "Osterruhe" von Donnerstag bis inklusive Dienstag mit der Schließung des Handels und Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr ausreichen wird, um die bedenkliche Entwicklung an den Intensivstationen zu stoppen. Gesundheitsminister Anschober und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) teilen diese Ansicht.

Damit könnte es dazu kommen, dass der Ressortchef der Bundeshauptstadt einen längeren Lockdown mit der Schließung von Handel und persönlichen Dienstleistern sowie Distance Learning für Schüler ermöglicht. Für einige dieser Maßnahmen braucht es nämlich die Genehmigung des Bundes.

Erster Entwurf liegt vor

In Niederösterreich setzt man darauf, dass neben der "Osterruhe" die selbst schon gesetzten Maßnahmen helfen, die Lage zu verbessern. Dazu gehört etwa, dass bei Infektionsfällen auch K2-Personen verpflichtend getestet werden. An den Volksschulen und Kindergärten wird bereits bei einem positiven Test die Klasse bzw. Gruppe gesperrt. Bei der Südafrika-Variante wiederum endet die Quarantäne nicht nach 14 Tagen automatisch, sondern erst bei negativem Test oder einem Infektionsniveau, wo eine Ansteckung praktisch auszuschließen ist. Zudem gibt es ein Vorwarnsystem, wenn eine Gemeinde die Inzidenz von 300 auf 100.000 Einwohner überschreitet.

Der APA liegt bereits ein Entwurf der Verordnung zur "Osterruhe" vor. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland werden von Gründonnerstag bis inklusive Dienstag nach Ostern die Geschäfte mit den bekannten Ausnahmen wie Lebensmittelgeschäften, Tiernahrungshandel, Apotheken, Drogerien und Trafiken geschlossen. Für Ein- und Ausreisen aus der Ostregion braucht es gute Gründe.

Im erlaubten Handel dürfen nur Produkte angeboten werden, die dem "typischen Warensortiment" entsprechen. Das heißt, der Supermarkt soll Nahrungsmittel, aber kein Spielzeug, Blumen oder Fernseher anbieten. Die entsprechende Regel hatte schon in früheren Lockdowns für Probleme gesorgt, da einzelne Unternehmen sich weigerten, sie umzusetzen.

Friseure müssen wieder schließen

Dazu müssen auch die persönlichen Dienstleister (Friseure etc.), Museen und Zoos wieder für die genannten sechs Tage schließen. Die Ausgangsbeschränkungen, die im Rest des Landes nur nachts gelten, werden im Osten rund um die Uhr wirksam. Das heißt, man darf Haus bzw. Wohnung nur aus bestimmten Gründen verlassen, etwa zum Einkaufen, zur Hilfeleistung, zum Kontakt mit Eltern, Kindern und Geschwistern sowie zum Aufenthalt im Freien, entweder zum Ausführen von Tieren oder zur "körperlichen und psychischen Erholung".

Die Ausnahmen sind auch die einzigen Gründe, wegen derer man die Bundesländer während der "Osterruhe" verlassen oder betreten darf. Das heißt, eine Kleider-Shopping-Reise vom Burgenland in die Steiermark oder von Nieder- nach Oberösterreich ist laut dem Verordnungsentwurf nicht gestattet. Wenn ein Wiener seine Schwester in Tirol besuchen will, ist das hingegen erlaubt. Das Nutzen eines Zweitwohnsitzes soll möglich sein, hieß es vor einigen Tagen.

Nicht in dem Entwurf enthalten ist ein Verbot von Take-away in der Gastronomie, über das am Montag medial spekuliert worden war, da sich beispielsweise in der Wiener Innenstadt zuletzt gehäuft Menschenmassen vor Lokalen mit Ausschank im Freien gebildet hatten. (apa)

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde um 14:22 mit den neuesten Informationen aktualisiert.