In Wien sind viele Lehrer schon geimpft, in anderen Bundesländern wie Oberösterreich sind zumindest Volksschullehrer in dieser Woche an der Reihe. Weil aber viele Lehrer an höheren Schulen, die als Bundeslehrer gelten, noch keinen Impftermin haben, machen jetzt die Gewerkschaftsspitzen der AHS-Lehrer und jener an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen ihrem Unmut Luft. Sie fordern von Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) einen "zeitnahen Impftermin". Damit solle der Bund als Dienstgeber seiner Fürsorgepflicht nachkommen.

Von den insgesamt rund 120.000 Lehrern in Österreich ist ungefähr ein Drittel, also etwa 40.000 an höheren Schulen als Bundeslehrer tätig. Die Lehrergewerkschafter sind erbost, weil in Anschobers Impfplan für das zweite Quartal 2021 keine konkreten Angaben zur Impfung des Lehrpersonals enthalten  sind. "Diese Situation ist einfach untragbar", beklagen Herbert Weiß, der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, und Roland Gangl, Chef der Lehrergewerkschaft für berufsbildende mittlere und höhere Schulen, in einer gemeinsamen Aussendung. Impftermin seien noch vor Ostern zugesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben worden, bedauern sie.

"Unerlässlich" für Präsenzunterricht

In den Schulen außerhalb der Ostregion werde der Präsenzunterricht in den Schulen nach Ostern ab 6. April im Schichtbetrieb fortgesetzt. Mit der Zunahme der Corona-Infektionen habe sich das Ansteckungsrisiko jedoch für das Lehrpersonal noch erhöht. Dennoch habe eine große Anzahl an der Bundeslehrer keine Aussicht auf einen Impftermin. Dabei zählten die Pädagogen zur Gruppe der systemrelevanten Berufe. Deren Schutz sei daher für einen geregelten Präsenzunterricht "unerlässlich", betonen die Lehrervertreter.

Weiß und Gangl riefen deswegen am Montag den Gesundheitsminister auf, seinen "Beitrag" zu leisten, um einen Präsenzunterricht für die Schüler sicherzustellen. Dieser müsse einen "klaren Impfzeitpunkt"  nennen.