Der Montag ist traditionell der Tag mit den niedrigsten Corona-Fällen der gesamten Menge. Das hat mit einem geringeren Testaufkommen sowie weniger Einmeldungen ins Epidemiologische Meldesystem (EMS) zu tun. Dass in der Früh Innen- und Gesundheitsministerium diesen Montag mehr als 3.000 Neuinfektionen meldeten, verheißt für die kommenden Tage nichts Gutes.

Aus den Bundesländern wurden den Ministerien insgesamt 3.076 Neuinfektionen berichtet, die meisten davon, auch pro Kopf gerechnet, entfallen auf Wien (914). Darunter sind erfahrungsgemäß auch Nachmeldungen. 239 Neuinfektionen am Montag aus Salzburg gemeldet, auf die Einwohnerzahl umgelegt liegt dieser Zuwachs im Bereich von Wien.

Höchster Wert seit November

Der Montagswert von mehr als 3.000 Fällen liegt noch einmal um 664 höher vorige Woche, als mit 2.412 Neuinfektionen der höchste Wert an einem Montag seit Dezember gemeldet worden war - aktuell gab es nur im November 2020 höhere Werte. Weiter besorgniserregend ist die Entwicklung auf den Intensivstationen. In den vergangenen 24 Stunden kamen weitere 15 Personen dazu, 13 Personen waren es alleine in Wien, wo bereits mehr als 204 Schwersterkrankte behandelt werden müssen. Im gesamten Gesundheitsverbund gibt es 550 Intensivbetten, bald wird wohl mehr als die Hälfte davon von Akut-Patienten einer einzigen Erkrankungsgruppe belegt sein. In ganz Österreich müssen 534 Covid-Erkrankte intensivmedizinisch betreut werden.

Indessen meldete am Montag auch die burgenländische Krankenanstalten-GmbH (Krages), dass Aufwachbetten im OP-Bereich der von ihr betriebenen Spitäler zu Intensivbetten für Covid-19-Patienten umfunktioniert werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass "nur mehr in akut lebensnotwendigen Fällen operiert wird", betonte Krages-Geschäftsführer Hubert Eisl. Dann habe man 27 Intensivbetten zur Verfügung.

"Sind am Anschlag"

In den vier Krages-Spitälern in Oberwart, Oberpullendorf, Güssing und Kittsee habe man insgesamt noch zehn Intensivbetten für Non-Covid-Belegungen. In Einzelfällen könnten Patienten auch in andere Bundesländer transferiert werden, wobei sich diese ebenfalls dem Limit nähern würden. "Die Situation ist jetzt wirklich ernst. Wir sind am Anschlag", sagte Eisl.

Sollten die Zahlen weiter steigen, könne man nicht mehr ausschließen, dass auch dringende Operationen wie Tumor-Entfernungen nicht mehr durchgeführt werden können. "Wir bedauern diese Entwicklung, aber sie ist Realität", betonte Eisl.

Seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr in Österreich wurden bereits 539.541 Menschen positiv getestet. 494.377 gelten als wieder genesen. Seit Sonntag kamen 19 Todesopfer hinzu. Österreichweit sind 9.275 Personen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Innerhalb der vergangenen Woche wurden 186 Todesfälle registriert. Pro 100.000 Einwohner sind seit Beginn der Pandemie 104,2 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Auffälligkeiten im Übersterblichkeits-Monitoring der Statistik Austria gibt es derzeit nicht. (apa/red)