Bis auf Vorarlberg weisen alle Bundesländer Österreichs eine Sieben-Tages-Inzidenz über 200 auf, jene von Wien liegt bei 340. Und dies, obwohl anzunehmen ist, dass am Osterwochenende tendenziell weniger getestet wird und auch weniger positive Befunde in das Epidemiologische Meldesystem eingetragen werden. Dass das Infektionsgeschehen keinesfalls ruht, zeigt auch der Blick auf die Intensivstationen. In Wien wurden am Sonntag 223 Personen wegen einer Covid-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt, um 17 mehr als Samstag. Insgesamt können in Wien maximal gut 300 Intensivpatienten behandelt werden.

Österreichweit wurden in den vergangenen 24 Stunden 2.743 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Durchschnittlich kommen laut den Daten der Gesundheitsagentur pro Tag etwa 3.229 neue Infektionen hinzu. Die tatsächliche Entwicklung wird sich wohl aber erst in der kommenden Woche akkurater abbilden als am Osterwochenende. Doch bereits am Dienstag wird die Bundesregierung die epidemiologische Lage mit den Landeshauptleuten evaluieren. Es ist nicht davon auszugehen, dass es dabei zu Lockdown-Regeln auch für andere Bundesländer kommen wird.

Seit Beginn der Pandemie gab es österreichweit laut Ages 555.411 bestätigte Infektionen sowie 9.189 Todesfälle. In der angrenzenden Slowakei hat die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus den Wert von 10.000 überstiegen. Die Behörden meldeten am Ostersonntag 77 weitere Todesfälle. Nirgendwo in der EU sterben derzeit aber so viele Menschen an Covid-19 wie in Ungarn. Am Samstag waren es 242 Personen. Das ist in etwa doppelt so viel wie maximal in Österreich im Dezember bei etwa gleich hoher Einwohnerzahl.