Am Ostermontag meldete der Corona-Koordinationsstab des Burgenlands 82 Covid-19-Erkrankte in den Landesspitälern, 21 davon intensivmedizinisch betreut. Mit einer Ausstockung auf nun 35 Intensivbetten habe sich die Lage damit nur "geringfügig entspannt", hieß es aus Eisenstadt gegenüber der "Wiener Zeitung". Vor dem Wochenende gab es 25 Intensivpatienten mit Covid-19 bei noch geringeren Kapazitäten.

In Niederösterreich müssen laut Landesgesundheitsagentur mittlerweile 468 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern versorgt werden, 121 davon auf Intensivstationen - mehr als vor Ostern. Dazu kommen 120 Nicht-Covid-Intensivpatienten. Landesweit seien zwar noch 92 Intensivbetten frei, sagt Bernhard Jany, Unternehmenssprecher der Landesgesundheitsagentur Niederösterreichs, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Aber die Menschen sollten nicht nur weiterhin Sozialkontakte und damit Ansteckungen meiden, sondern trotz sonnigem Wetter auch Aktivitäten, "die Freizeitunfälle nach sich ziehen können, wie Mountainbiking oder Motorradausflüge hinten anstellen."

Auch in Wien hat sich die Situation am Ostermontag nochmals zugespitzt. Mit 522 Patienten waren nochmals um 34 mehr als am Tag davor auf Covid-Normalstationen. An Covid-Intensivpatienten registrierte man in der Hauptstadt nun 224, um einen mehr als am Tag davor und wieder einen neuen absoluten Rekord. Der bisherige Höchststand vom Herbst auf Intensivstationen war in Wien bereits am Karfreitag deutlich überschritten worden. Insgesamt waren am Montag 2.312 an Covid-19 Erkrankte hospitalisiert, davon 564 auf Intensivstationen.

Nach wie vor keine Entlastung der Spitäler

Aktuell stehen laut Büro des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker in allen Wiener Spitälern 777 Normalbetten und 364 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für Covid-Patienten bereit. "Die Kapazitäten sind also noch nicht ausgeschöpft", heißt es. Allerdings machte ein Sprecher des Wiener Gesundheitsverbunds bereits vor dem Wochenende deutlich, dass man "permanent dabei ist, alles an Kapazitäten für die Covid-Versorgung freizumachen, was möglich ist". Ein Viertel der Normal- und Intensivbetten in Wien ist zudem mit Patienten aus anderen Bundesländern belegt, wegen der "teils höheren Qualität der Intensivbetten", heißt es aus Wien - so wie auch in den Spitälern in Innsbruck, Graz und Linz, wo man spezielleres intensivmedizinisches Angebot zur Verfügung stellen könne als in anderen Landesspitälern, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Weitere Intensivgipfel- und Lockdown-Gespräche

Angesichts der weiteren Zuspitzung der Lage der Intensivstationen in Ostösterreich betont Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in einem schriftlichen Statement gegenüber der "Wiener Zeitung": "Wir brauchen unbedingt eine Trendwende hin zu deutlich sinkenden Infektionszahlen innerhalb der kommenden zehn Tage." Die aktuelle "Osterruhe" sei ein wichtiger Schritt. Laut Daten von Apple ist die Mobilität in Wien zuletzt deutlich zurückgegangen. In Niederösterreich allerdings hat sie sich nur halb so stark und sogar weniger reduziert als in der Steiermark, wo es bisher keine Verschärfungen des Lockdowns gab.

Ob und welche Zusatzmaßnahmen notwendig sind, berät die Bundesregierung heute, Dienstag, wieder mit Experten, Opposition und Landeshauptleuten. Anschober geht "nach vielen Gesprächen mit Intensivmedizinern mit klaren Einschätzungen und Vorschlägen in diesen Arbeitstag". Als höchstes Ziel nennt er "das Vermeiden von harten Triagen - jeder Schwerkranke oder Schwerverletzte muss jederzeit ausreichende hochqualitative medizinische Betreuung erhalten".

Ein Thema werden auch die vom Bund eingeforderte Solidarität bei Intensivkapazitäten sowie konkrete Pläne für den eventuellen Transfer von Covid-Patienten zwischen Spitälern sein. Aus Wien und dem Burgenland ist zu vernehmen, dass man sich auch von den anderen Bundesländern mehr "abgestimmte" Maßnahmen erwartet. Auch der Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, der steirische Landeschef Hermann Schützenhöfer (ÖVP), spricht sich für ein möglichst geschlossenen Vorgehen aus. Es gehe um den Zusammenhalt von Bund und Ländern, darum, "dass man gemeinsam an einem Strang zieht". Entscheidungen will man in der Steiermark aber gegenüber der "Wiener Zeitung" nicht vorgreifen: "Wir wissen einfach nicht, was herauskommt."