Wien bleibt in Österreich trotz des seit Gründonnerstag geltenden Lockdowns in der Ostregion Zentrum der Corona-Epidemie. Von 2906 Neuinfektionen am Donnerstag entfielen mehr als 1000 auf die Bundeshauptstadt. Die Lage in den Intensivstationen ist weiter angespannt.

Denn die Zahl der Intensivpatienten in Österreich bleibt weiter auf einem hohen Niveau. 578 Covid-19-Erkrankte benötigten am Donnerstag intensivmedizinische Versorgung, drei weniger als am Mittwoch. Seit zwei Tagen sind die Zahlen in Wien sowohl auf den Intensiv- als auch auf den normalen Stationen leicht zurück gegangen. Ein Sprecher des Wiener Gesundheitsverbundes hält eine Stabilisierung der Zahlen für möglich, aber warnte am Donnerstag vor zu viel Optimismus: "Dafür ist es noch zu früh."

Mit Blick auf den Lockdown in Wien, Niederösterreich und Burgenland, der seit Gründonnerstag (1. April) in Kraft ist, meinte der Sprecher: "Wir hoffen natürlich schon, dass wir die Maßnahmen, die für die Ostregion beschlossen worden sind, in der nächsten Woche mit einer Entspannung in der Belagszahl im Spital spüren." Zumindest sei es bei der "Wildvariante" des Virus der Fall gewesen, dass gesetzte Maßnahmen wie Lockdowns einer Verzögerung von zehn bis 14 Tage Wirkung auf die Situation in den Krankenhäusern gezeigt hätten.

Trotz des leichten Rückgangs wird auch mit Blick auf die Prognose weiter an der Mobilisierung weiterer Bettenkapazitäten geplant. Damit einher gehen würde auch eine weitere Reduktion von Leistungen gehen - wie das schon in der Vergangenheit beispielsweise in Form von Verschiebung von Operationen der Fall gewesen ist. Nun gibt es auch eine Zahl, die den Umfang veranschaulicht: Laut "Standard" und "Krone" wurden alleine vergangene Woche 550 Operationen verschoben. Das bestätigte der Gesundheitsverbund-Sprecher und verwies dabei darauf, dass vergangene Woche auch 2.000 Eingriffe durchgeführt worden sind

Im Schnitt wurden in der vergangenen Woche täglich 2.760 Neuinfektionen registriert. In den vergangenen sieben Tagen kamen 19.322 neue Fälle hinzu. Die Sieben-Tages-Inzidenz sank am Donnerstag auf 217,1, nach 222,2 am Mittwoch.

578 Patienten auf Intensivstationen

Auf den österreichischen Intensivstationen mussten 578 Patienten behandelt werden, zwar drei weniger als am Mittwoch, allerdings 47 mehr als vor einer Woche. Die meisten Schwerkranken gab es mit 223 in Wiener Spitälern. In Niederösterreich benötigten 123 Patienten intensivmedizinische Versorgung. Neben diesen zwei Bundesländern ist derzeit auch das Burgenland besonders stark ausgelastet, im Osten wurde auch der Lockdown bis Ende nächster Woche verlängert. Das Burgenland verzeichnete am Donnerstag einen neuen Rekord an Intensivpatienten - 25 Covid-19-Erkrankte mussten dort behandelt werden.

Die Zahl der insgesamt in Krankenhausbehandlung stehenden Menschen ging seit Mittwoch um 39 Patienten zurück. Österreichweit lagen am Donnerstag 2.416 SARS-CoV-2-Infizierte in Spitälern. Innerhalb einer Woche waren 119 Patienten hinzugekommen, was einer Steigerung von 5,2 Prozent entspricht.

40 weitere Todesopfer an einem Tag

Die Zahl der Todesopfer steigt unterdessen wieder an. Seit Mittwoch wurden 40 weitere Tote registriert, somit sind seit Beginn der Pandemie in Österreich bereits 9.586 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Im Schnitt wurden in der vergangenen Woche mit täglich 31,1 Toten deutlich weniger gemeldet. In den vergangenen sieben Tagen wurden 218 Todesopfer registriert. Zuletzt lag der Wochenschnitt immer deutlich unter 200. Vergangenen Donnerstag wurden 29 Todesopfer gemeldet. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie pro 100.000 Einwohner bereits 107,7 an den Folgen einer Infektion gestorben.

Die am Donnerstag gemeldeten 2.906 Neuinfektionen lagen deutlich unter dem Wert der vergangenen Woche - damals waren es 3.363 neuen Fälle gewesen, 3.124 waren es am 25. März. Um zwei mehr Genesene standen ihnen heute gegenüber - 2.908 Menschen wurden seit Mittwoch als wieder gesundet eingestuft. Die Zahl der bestätigten aktiven Fälle sank um 42 auf 33.646 Infizierte. Insgesamt wurden in Österreich bisher 568.914 Menschen positiv getestet. 525.682 gelten als wieder genesen.

Am Donnerstag wurden wieder hohe Testzahlen gemeldet. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden 352.501 PCR- und Antigenschnell-Tests eingemeldet. Davon waren 67.496 aussagekräftige PCR-Tests, die Positivrate lag bei 4,3 Prozent. Im Schnitt wurden in der vergangenen Woche täglich mehr als 55.000 PCR-Abstriche analysiert - fünf Prozent fielen positiv aus.

Die meisten Neuinfektionen seit Mittwoch meldete erneut Wien - diese waren mit 1.023 wieder vierstellig. In Oberösterreich kamen 504 neue Fälle hinzu, in Niederösterreich 365 und in der Steiermark 341. Tirol registrierte 197 Neuinfektionen, Kärnten 164 und Salzburg 121. Weniger als 100 weitere Infizierte meldeten nur Vorarlberg mit 98 und das Burgenland mit 93 Menschen. (apa)