Trotz des Lockdowns in der Ostregion seit Gründonnerstag, der bis 18. April verlängert wurde, spitzt sich die Corona-Lage in Teilen Niederösterreichs zu. In einem dritten Bezirk kommt es jetzt zu einer Testpflicht bei Ausreisen. In Oberösterreich erfolgen im Bezirk Braunau  seit Ostermontag Tests bei der Ausreisen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich gilt ab Freitag nach Angaben der Bezirkshauptmannschaft eine Hochinzidenzgebiets-Verordnung, mit der Ausreisekontrollen vorgesehen sind. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag am Donnerstag mit 437,1 zum siebenten Mal in Folge über der kritische Marke von 400. Der Bezirk zählt 18 Gemeinden und etwa 41.000 Einwohner.

Ausreisetests schon in Neunkirchen und Wiener Neustadt-Land

Der Bezirk Melk, zuletzt sechs Mal in Folge über 400, lag bei 356,8. Werte über 300 wurden am Donnerstag weiters für die Bezirke Amstetten (321,8) und Gmünd (300,9) gemeldet. Die Stadt Wiener Neustadt (272,8), der Bezirk Wiener Neustadt-Land (251,6) und der Bezirk Neunkirchen (245,5), wo bereits Ausreisekontrollen stattfinden, waren durchwegs unter 300.

In Niederösterreich sind am Donnerstag nach Angaben von Bernhard Jany von der Landesgesundheitsagentur (LGA) 123 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt worden. Am Mittwoch waren es 126.

Im Bundesland sind zudem 365 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Todesfälle ist nach Angaben aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) um neun auf 1.604 gestiegen. 16.120 Kontaktpersonen befanden sich in Quarantäne. Das waren um 751 weniger als am Mittwoch.

Oberösterreich verschärft Regelung in Ambulanzen

In den Ambulanzen aller oberösterreichischen Spitäler gilt ab kommenden Montag eine Testpflicht für Patienten mit Terminen. Wegen der "konstant hohen Infektionszahlen in Oberösterreich und der in einigen Regionen besonders besorgniserregenden Situation" habe man sich dazu entschlossen, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung der Ordensspitäler und der oö. Gesundheitsholding am Donnerstag.

"Auch wenn die Situation in Oberösterreichs Kliniken, verglichen mit dem Osten Österreichs, derzeit noch recht stabil ist, so bedarf es auch hier erhöhter Sicherheitsmaßnahmen", wurde klargestellt. Wie für den Besuch körpernaher Dienstleister müssen die Patienten einen negativen Antigentest, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, oder einen negativen PCR-Tests von maximal 72 Stunden, in den Ambulanzen vorweisen. Diese Testpflicht gilt ebenso für Begleitpersonen, ausgenommen seien Akut- und Notfälle sowie Kinder unter sechs Jahren.

Insgesamt waren in Oberösterreich Donnerstagmittag 4.251 Personen nachweislich mit Corona infiziert, das sind 504 mehr als am Vortag. 246 Kranke liegen im Spital auf einer Normalstation, 70 Patienten befinden sich auf der Intensivstation. Derzeit sind in den Spitälern 103 Intensivbetten für Covid-19-Patienten bereitgestellt.(apa)