Sie sind vor allem zur Unterstützung von Direktoren bei der Organisation des Schulbetriebs in Pflichtschulen im Einsatz. Insgesamt rund 300 Personen, die zuvor arbeitslos gemeldet waren, oder Wiedereinsteigerinnen ins Berufsleben haben bisher im Laufe des heurigen Schuljahres eine Beschäftigung als Administrativkraft für die Schulleitungen gefunden, wie der "Wiener Zeitung" im Bildungsministerium von Ressortchef Heinz Faßmann erklärt wurde. Vorrang bei der Aktion in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) haben dabei bisherige Arbeitslose und Rückkehrer auf den Arbeitsmarkt über 50 Jahren. Der Großteil davon hat in Wien und Niederösterreich im Rahmen der Aktion einen Job in einer Pflichtschule erhalten.

Bildungsminister Faßmann hat die Förderaktion zum Ende des vergangenen Schuljahres vorgestellt. Mit der Einstellung von Administrativkräften ist das Vorhaben verbunden, dass speziell die Direktorinnen und Direktoren bei der Verwaltung und Organisation entlastet werden. Diese Aufgaben sind im laufenden Schuljahr als Folge der Corona-Epidemie noch deutlich mehr geworden: durch die wechselnde Abfolge von Präsenz- und Heimunterricht, durch Betreuungsaufgaben für Schüler, die trotz Heimunterricht nicht von ihren Eltern betreut werden können und die Corona-Vorschriften samt einer Ausweitung der notwendigen Corona-Schnelltests. Damit wurde vor allem auch auf langjährige Forderungen von Lehrergewerkschaftern reagiert, die beklagt hatten, dass zuvor vor allem Leiter von Pflichtschulen ohne Hilfe durch ein Sekretariat auskommen mussten.

Mehr als 100 Administrativkräfte in Wien

Das Ziel des Bildungsministeriums war es, dass bei der zunächst bis 2022 bis zu 1.000 Arbeitslose, Benachteiligte auf dem Arbeitsmarkt sowie Wiedereinsteigerinnen als Administrativkräfte in Volks- und Mittelschulen eine Beschäftigung finden, für das heurige Schuljahr war die Anstellung von bis zu 500 Administrativkräften angestrebt. Der Umstand, dass es nach vorläufigem Stand rund 300 sind, wird im Bildungsministerium damit begründet, dass aufgrund der Corona-Situation und wegen der Lockdowns zeitweise Bewerbungsgespräche und Einschulungen nicht möglich waren. Grundsätzlich trägt das AMS bei der Förderaktion zwei Drittel der Kosten, ein Drittel muss von den Schulerhaltern aufgebracht werden, das sind bei den Pflichtschulen Länder und Gemeinden, wobei mit einem Einstiegsgehalt von rund 2.000 Euro brutto im Monat gerechnet wurde.

Der Schwerpunkt bei der Beschäftigung zuvor arbeitsloser, älterer Personen liegt demnach in Ostösterreich. Beim AMS Niederösterreich wurde der "Wiener Zeitung" erklärt, dass mit Stand vom 8. April insgesamt 139 ehemalige Arbeitssuchende eine Beschäftigung als Administrativkraft gefunden. Gleichzeitig seien noch 18 Bewerbungen im Laufen. In Wien wurde im März die Marke von hundert Administrativkräfte zur Unterstützung von Direktorinnen und Direktoren in Volks- und Mittelschulen überschritten. In der Bundeshauptstadt sind Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr und die Bildungsdirektion bemüht, diese Form der Unterstützung weiter auszubauen, sodass letztlich alle rund 450 Standorte eine Administrativkraft erhalten.

In Niederösterreich helfen 50 Arbeitslose in Teststraßen

Die Aktivitäten, älteren arbeitslos gemeldeten Menschen über 50 Jahren, zumindest befristet, einen Job im öffentlichen Bereich, zu vermitteln, sind aber nicht auf die Schule beschränkt. Wie auch in anderen Bundesländern kommen beschäftigungslos gemeldet Menschen in Niederösterreich derzeit im Zuge der Corona-Tests der Bevölkerung zum Einsatz, wobei diese von den Gemeinden angefordert werden können. Die Organisation erfolgt dabei über "Menschen und Arbeit", eine Tochtergesellschaft des Landes, bei der Betroffene dann auch befristet für vier Monate angestellt sind. Nach Auskunft der Gesellschaft sind bisher rund 50 bisher arbeitslos gemeldete Personen zur Unterstützung als administrative Kräfte, etwa bei der Aufnahme von Personaldaten, in den niederösterreichischen Corona-Teststraßen eingesetzt. Dafür wird laut AMS Niederösterreich, das auch die Vorauswahl der Bewerber vornimmt, ein monatliches Bruttogehalt von 1.790 Euro bezahlt.

Allerdings sind damit die Kapazitäten der Förderaktion in Niederösterreich nicht ausgeschöpft. Denn bei der Maßnahme, die Mitte Februar vom Land und vom AMS Niederösterreich vorgestellt worden ist, können bis zu 150 Beschäftigungslose für die Teststraßen zur Verfügung gestellt werden. Deswegen hat sich "Menschen und Arbeit" wegen der Möglichkeit der Unterstützung in den Teststraßen nochmals an die Kommunen gewendet. Das Angebot richtet sich an alle Bezirkshauptstädte und Statutarstädte in Niederösterreich, wie erläutert wurde.

In Oberösterreich wurde schon im Vorjahr eine andere Schwerpunktaktivität vom Arbeitsmarktservice in die Wege geleitet, um Personen, die wegen der Corona-Krise vom Personalabbau betroffen sind, möglichst rasch anzusprechen und für eine Ausbildung und Umschulung für das Pflegewesen zu gewinnen. Dabei wurden vom AMS konkret Beschäftigte, die beim Flugzeugzulieferer FACC von einem Mitarbeiterabbau betroffen waren, für einen Wechsel in die Pflege angesprochen.