Die Corona-bedingte Ausreisetestpflicht aus der Vorarlberger Talschaft Bregenzerwald ist am Mittwoch ohne Probleme angelaufen. Anders als im März im Leiblachtal (Bezirk Bregenz) konnte die Bildung allzu langer Staus im Frühverkehr vermieden werden, Wartezeiten für die Verkehrsteilnehmer blieben im Rahmen. Außerordentliche Vorkommnisse gab es zunächst keine. Seit Mitternacht führen Polizei, Bundesheer und Bezirkshauptmannschaft an drei Kontrollpunkten Überprüfungen durch.

Bedingung für das Passieren der Kontrollpunkte ist ein negativer Wohnzimmer- (registriert, nicht älter als 24 Stunden), Antigen- (48 Stunden) oder PCR-Test (72 Stunden). Wer keinen gültigen Coronatest bei sich hat, wird zurückgeschickt. Die Ausreisekontrollen werden vorerst bis 27. April durchgeführt. Von der Ausreisetestpflicht ausgenommen sind Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr sowie Schüler, die außerhalb der Region den Schulunterricht besuchen. 

Zu Wochenbeginn hatten Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher betont, dass es bei der Ausreisetestpflicht darum gehe, "die Infektionen einzubremsen und mögliche Infektionsketten gezielt zu unterbrechen". Für das Bundesland insgesamt seien die Zahlen noch sehr gut, hatte Grabher betont.

Sieben-Tages-Inzidenzen zwischen 250 und 900

Die Maßnahme wurde aufgrund einer starken Fallzunahme in mehreren Gemeinden des Bregenzerwalds mit seinen insgesamt etwa 32.000 Einwohnern gesetzt. Auslöser dafür waren private Feiern. In den Hotspots der Region stiegen die Infektionszahlen von Dienstag auf Mittwoch leicht an, Brennpunkte waren etwa Lingenau (30 Fälle), Andelsbuch (29), Egg (26), Schwarzenberg (23 und Alberschwende (19). Die Sieben-Tage-Inzidenzen in diesen Kommunen lagen bei Werten zwischen 250 und über 900 (Vorarlberg: 174). Aber auch in anderen Orten des Bregenzerwalds gab es vergleichsweise hohe Infektionszahlen.

Landesweiter Infektions-Hotspot war aber weiterhin Dornbirn mit 170 Fällen. Auf Platz zwei folgte Feldkirch mit 132 Infektionen vor Lustenau (87) und der Landeshauptstadt Bregenz (71). In 22 der 96 Vorarlberger Kommunen lagen aktuell keine Corona-Fälle vor.

14 Intensivpatienten in Vorarlberg

Die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf den Vorarlberger Intensivstationen ist am Mittwoch erneut um zwei Fälle auf nunmehr 14 Patienten angestiegen. Ebenso setzte sich das Infektionsgeschehen auf dem hohem Niveau der vergangenen Tage fort. Laut Dashboard des Landes standen am Dienstag 106 Neuinfektionen 75 Genesungen gegenüber, damit galten 1.402 Personen (plus 29) als Corona-positiv. Die Zahl der Corona-Toten nahm um zwei Opfer auf 287 zu.

In den Spitälern wurden am Mittwoch insgesamt 36 Corona-Patienten stationär versorgt, es waren noch 14 der 52 zur Verfügung stehenden Intensivbetten frei. Sieben Krankenhausmitarbeiter waren mit dem Coronavirus infiziert, sieben weitere in Quarantäne. (apa)