Wien und Niederösterreich beenden am Montag den harten Lockdown. Damit dürfen Geschäfte und körpernahe Dienstleister wieder aufsperren, so wie im Rest Österreichs. Auch Museen und Freizeitbetriebe wie Zoos öffnen. Die Sperre der Gastronomie und der Hotels bleibt aber, wie in ganz Österreich mit Ausnahme Vorarlbergs, zumindest bis zum 19. Mai aufrecht.

Im Handel gelten Maskenpflicht, die Zwei-Meter-Abstandsregel und eine Mindestfläche von 20 Quadratmetern pro Person. Bei den Dienstleistern ist ein negativer Antigentest (nicht älter als 48 Stunden), ein negativer PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) oder das Attest über eine in den letzten sechs Monaten durchgemachte Corona-Infektion Voraussetzung für einen Termin. Im Handel gilt hingegen keine Testpflicht.

Bei Dienstleistern ist ein negativer Antigen- oder PCR-Test oder das Attest über eine in den letzten sechs Monaten durchgemachte Corona-Infektion Voraussetzung für einen Termin. - © apa / Erwin Scheriau
Bei Dienstleistern ist ein negativer Antigen- oder PCR-Test oder das Attest über eine in den letzten sechs Monaten durchgemachte Corona-Infektion Voraussetzung für einen Termin. - © apa / Erwin Scheriau

Der Handel freut sich sehr darauf das Geschäft wieder aufzunehmen und will "alles in seiner Macht Stehende tun, dass es das letzte Mal ist", wie es aus der Wirtschaftskammer Wien heißt. Die geschlossenen Einkaufstage aufgrund der Pandemie summieren sich in Wien und Niederösterreich laut Handelsverband auf 116 Tage.

Weitere Schritte in Wien unklar

Ob auf den 2. Mai weitere Lockerungen in Wien folgen werden, ist noch unklar. Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat am Freitag erklärt, dass er sich kommende Woche erneut mit Fachleuten beraten wird, um über das weitere Vorgehen in der Bundeshauptstadt zu entscheiden. Ludwig hat sich bereits mehrmals skeptisch zu den geplanten Öffnungsschritten ab 19. Mai geäußert. An diesem Tag sollen etwa Hotellerie und Gastronomie wieder ihre Pforten öffnen dürfen.

In Vorarlberg gab es bereits Mitte März erste Lockerungen, damals wurde etwa die Gastronomie unter Auflagen geöffnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag Mitte März unter 70, mittlerweile beträgt sie laut AGES 235,4 und ist damit die höchste in ganz Österreich.

Wie die Clusteranalyse der AGES für Vorarlberg zeigt, sind neue, große Cluster im Ländle bisher kaum direkt auf die Öffnungen beispielsweise in der Gastronomie zurückzuführen. Allerdings sei durch die Öffnungen die Mobilität der Menschen gestiegen und ein gewisses Gefühl der Normalität eingekehrt, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Dies hatte wiederum zur Folge, dass es zu mehr sozialen Kontakten kam und teils auch zu weniger strikten Einhaltung mancher Schutzmaßnahmen, vor allem im privaten Bereich.

Kontaktverfolgung "sehr konsequent"

Die neue indische Corona-Variante, von der es Verdachtsfälle in Salzburg und im Burgenland gibt, gefährdet den Öffnungsplan für den 19. Mai "aus heutiger Sicht nicht", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Sonntag. Die Einreisebestimmungen aus Indien nach Österreich seien bereits verschärft worden. Salzburg, das Burgenland wie auch die anderen Bundesländer seien bei der Kontaktverfolgung "sehr konsequent" vorgegangen.

"Wir machen es der Virus-Variante aus Indien also sehr schwer, sich hierzulande zu verbreiten", gab sich Mückstein zuversichtlich. "Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die WHO die indische Variante bisher noch nicht als 'variant of concern', also besorgniserregend, einstuft, wie etwa die britische."

Am Sonntag wurden in Österreich 1625 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 gemeldet - wie immer am Wochenende bei deutlich weniger Testzahlen. Österreichweit benötigten 476 Covid-19-Patienten intensivmedizinische Versorgung, acht weniger als am Samstag. Innen- und Gesundheitsministerium meldeten außerdem zwölf weitere Todesfälle. Weiterhin rückläufig ist die Zahl der Menschen in Spitalsbehandlung. 1.566 waren am Samstag im Krankenhaus, vor einer Woche waren es noch 220 Patienten mehr. Das bedeutet einen Rückgang von rund zwölf Prozent.

Am Samstag wurden 40.215 Impfungen durchgeführt. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfasses 2.326.018 Österreicher bereits zumindest eine Teilimpfung erhalten: Das sind 26,1 Prozent der Bevölkerung. 851.020 und somit 9,6 Prozent der Österreicher sind bereits voll immunisiert. (apa/red)