Die Experten des Covid-Prognose-Konsortiums gehen davon aus, dass die Neuinfektionen in Österreich weiterhin rückläufig bleiben. Die aktuelle Prognose rechnet für kommende Woche mit täglich rund 1.500 neuen Fällen. Allerdings flachen die Neuinfektionen aufgrund der bereits erfolgten Lockerungsschritte in der Ostregion leicht ab. Nächste Woche soll es jedoch erstmals seit dann acht Wochen wieder weniger als 400 Intensivpatienten in Österreich geben.

Insgesamt werden die Neuinfektionen in allen Bundesländern leicht rückläufig bzw. gleichbleibend sein, berichteten die Experten in ihrer aktuellen Vorschau auf die kommenden Tage und Wochen. Zumindest eine leichte Entspannung wird es auch auf den besonders stark betroffenen Intensivstationen geben. Laut Prognose werden in zwei Wochen 346 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen versorgt werden müssen, am heutigen Mittwoch waren es noch 447. Nächste Woche sollen es weniger als 400 Patienten sein. Für den 12. Mai rechnen die Experten mit 394 intensivpflichtigen Covid-19-Erkrankten.

Entlastung auch in Wien

Weniger als 400 Schwerkranke mussten zuletzt mit 383 am 16. März in den heimischen Intensivstationen versorgt werden. Insgesamt reduziert sich der Covid-ICU-Belag laut Prognose von 23 Prozent auf 17 Prozent der gemeldeten Gesamtkapazitäten an Erwachsenen-Intensivbetten, 2.058 Intensivbetten gibt es österreichweit. Auch in der besonders stark betroffenen Bundeshauptstadt sinkt der Belag unter die systemkritische Auslastungsgrenze von 33 Prozent. Sind mehr als ein Drittel der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, treten diese in Konkurrenz mit anderen intensivpflichtigen Patienten. Diese Schwelle bedeutet ein sehr hohes Systemrisiko.

Mehr Spitalspatienten in Vorarlberg

In Vorarlberg, das seit Mitte März die Gastronomie geöffnet hat, wurde der derzeit  mit Abstand höchste Sieben-Tages-Inzidenz von 208,2 verzeichnet. Alle anderen Bundesländer haben Werte teils deutlich unter 200, Burgenland und Niederösterreich sogar unter 100. In Vorarlberg ist die Zahl der Patienten in Spitälern zuletzt außerdem deutlich gestiegen. Das betrifft jene auf Normalstationen: waren es am 1. Mai noch 27, so waren es am 5. Mai bereits 56. Die Experten des Covid-Prognose-Konsortiums verwiesen im jüngsten Bericht darauf, dass nicht auszuschließen sei, dass im Prognosezeitraum ein bestimmter Anteil dieser Patienten intensivpflichtig werde.

Die effektive Reproduktionszahl lag in den vergangenen Tagen bei einem Wert von rund 0,94. Das heißt, dass ein Infizierter weniger als eine weitere Person ansteckt. Die Experten erwarten für kommenden Mittwoch eine Sieben-Tages-Inzidenz von 117 Fällen je 100.000 Einwohner. Heute betrug diese laut Bundesgesundheitsagentur (Ages) noch 134,9. Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist sehr unterschiedlich. Die Spannbreite der Sieben-Tages-Inzidenz am kommenden Mittwoch reicht von 70 in Niederösterreich bis 229 in Vorarlberg. (apa)