Reparieren statt Wegwerfen: Unter diesem Motto wurde September des vergangenen Jahres von der türkis-grünen Bundesregierung bereits einen Bonus für kleinere Reparaturleistungen eingeführt. Damit wurde etwa bei Reparaturen von Fahrrädern eine Senkung der Mehrwertsteuer auf zehn Prozent ermöglicht. Entsprechende Pläne hatten ÖVP und Grüne zuvor im Juni als Teil eines Hilfspakets zur Abfederung der Coronakrise vereinbart, um Reparaturen günstiger zu machen.

Für das kommende Jahr hat Klima- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) eine Nachfolgeaktion für einen Reparaturbonus angekündigt. Diese betrifft nun Reparaturen von Elektro- und Elektronikgeräten im Haushalt. Im parlamentarischen Konsumentenschutzausschuss ist jetzt ein gemeinsamer Entschließungsantrag von ÖVP, Grünen und Neos letztlich einstimmig auch mit der FPÖ beschlossen worden, mit dem die Ministerin zur Umsetzung einer Förderaktion bei Reparaturleistungen von Elektrogeräten in ganz Österreich aufgefordert wird. Damit soll vor allem auch ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft gesetzt werden.

50 Prozent von Reparatur werden übernommen

Eckpunkte dieses künftigen Reparaturbonus, der auch einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten soll, stehen, wie der "Wiener Zeitung" bestätigt wird, bereits fest. Der neue Reparaturbonus wird demnach ab 2022 gelten. Reparaturkosten von Elektrogeräten werden dabei mit 50 Prozent bis zu einem Maximalbetrag von 200 Euro gefördert. Wobei für die Förderaktionen nach Angaben der Grünen unter anderem Haushaltsgeräte, IT- und Kommunikationsgeräte, Unterhaltungselektronik, Reinigungsgeräte, aber auch elektronisches Spielzeug und Gartengeräte fallen sollen.

Als Fördervolumen sind 130 Millionen Euro vorgesehen. Umweltministerin Gewessler hat bereits angekündigt, dass die Mittel dafür aus dem EU-Wiederaufbaufonds kommen sollen. Insgesamt sollen damit 400.000 Reparaturen von Elektro- und Elektronikgehälten in Haushalten unterstützt werden. Ziel der Förderaktion ist vor allem auch, dass damit die regionale Wirtschaft und Kleinunternehmen während der Corona-Krise unterstützt werden und damit auch ein Beitrag zu der von der Bundesregierung angestrebten Ankurbelung der Beschäftigung geleistet wird. Zum Vergleich: für den ersten Reparaturbonus seit dem Herbst des Vorjahres waren 100 Millionen Euro als Unterstützung aus dem Budget eingeplant.

Im Jahr in Österreich rund 83.000 Tonnen an Elektroschrott an. Der Reparaturbonus wird von den Grünen vor allem auch als Anreiz für nachhaltiges Handeln und gegen die Verschwendung knapper Ressourcen gesehen. "Der Reparaturbonus bietet die Möglichkeit, Geräte länger am Leben zu erhalten und gleichzeitig einen positiven Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt zu leisten", betont die grüne Konsumentenschutzsprecherin im Parlament, Ulli Fischer.