Caritas-Präsident Michael Landau hat im Vorfeld des Internationalen "Tages der Pflege" am kommenden Mittwoch den von der Regierung versprochenen Pakt gegen Einsamkeit eingemahnt. Es habe zwar einen Runden Tisch dazu gegeben, konkrete Schritte zur Umsetzung würden aber nach wie vor fehlen, beklagte Landau am Montag in einer Aussendung. Der Samariterbund betonte, dass Reformen im Pflegebereich nicht auf die lange Bank geschoben werden dürften.

Etliche Punkte, die bei dem runden Tisch für einen Pakt gegen Einsamkeit eingebracht wurden, hätten auch im Strategiepapier der Pflege Task Force Eingang gefunden. Offen bleibe aber nach wie vor ein konkreter Zeitplan, also wann und wie konkret die nächsten Schritte geplant sind, sagt Landau in einer Aussendung: "Das Follow up zum ersten Runden Tisch steht aus."

"Stille Not" nicht vergessen

Landau äußerte die Hoffnung, dass die Regierung diese "stille Not" nicht vergesse oder übersehe. Wichtig wäre aus seiner Sicht jedenfalls, den Prozess jetzt zügig fortzusetzen und die Sozial- und Hilfsorganisationen miteinzubeziehen, damit die Erfahrungen aus der Praxis berücksichtigt werden können. "Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss die Einsamkeit bekämpfen. Das gilt in Zeiten von Corona und darüber hinaus", unterstrich der Caritas-Präsident.

Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, mahnte politische Entscheidungen im Pflege-Bereich ein. Die geplanten Reformen dürften nicht wegen der Corona-Krise auf die lange Bank geschoben werden. In einer Aussendung forderte Schnabl, der auch Vorsitzender der SPÖ-Niederösterreich ist, eine einheitliche gesetzliche und strukturelle Regelung für ganz Österreich. (apa)