Die Stadt Wien hat schon in der Vorwoche Überlegungen angestellt, in Niederösterreich wurde nun  ein erster Schritt gesetzt: Dort können seit Dienstag Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren für die Corona-Schutzimpfung zumindest vorgemerkt werden. Bevor eine konkrete Terminvergabe erfolge, sei allerdings die Zulassung der Vakzine für diese Altersgruppe abzuwarten, betonte Vizelandeshauptmann. Stephan Pernkopf (ÖVP) in St. Pölten.

Von der Wiener Stadtregierung waren in der Vorwoche erste Pläne für Corona-Impfungen für Jugendliche geäußert worden. Da in Kanada und den USA der Wirkstoff von Biontech/Pfizer nun auch für Zwölf- bis 15-Jährige zugelassen worden sei, rechnet Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) damit, dass die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) bald darauf reagieren werde. Dann könne er sich eine Impf-Schwerpunktaktion für Jugendliche in Wien noch vor dem Sommer "sehr gut" vorstellen, erklärte Hacker am vergangenen Donnerstag.

"Wir werden in Kürze unsere Vormerkplattform aufmachen, sodass Eltern ihre zwölf- bis fünfzehnjährigen Kinder einmal vormerken und anmelden können", kündigte Hacker Interview mit der ORF-Sendung "Wien heute" an. Termine würden allerdings, so wie nun auch in Niederösterreich, vorerst noch keine vergeben, solange es keine Zulassung gebe, erklärte er.

In Niederösterreich umfasst die Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen in etwa 67.000 Personen. Für alle Impfwilligen unter diesen könnte in absehbarer Zeit ein Impftag kommen. Mit grünem Licht durch die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) "rechnen Experten Ende Mai bis Anfang Juni", betonte Pernkopf.

Möglichst viele Impfungen vor Schulbeginn im Herbst

Vormerkungen sollen nun "einen Überblick über die Impfbereitschaft bringen", ergänzte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Generell sei eine Immunisierung der entsprechenden Altersgruppe zu begrüßen: "Sie hebt die Durchimpfungsrate und verbessert die Herdenimmunität." Die Vormerkung sei "keine Anmeldung zur Impfung, sondern eine Anmeldung für weitere Informationen", stellte Impfkoordinator Christof Constantin Chwojka klar, um keine Missverständnisse aufkommen lassen. Ziel sei, dass "möglichst viele Kinder zu Schulbeginn geimpft sind".

Vor den weiteren Öffnungsschritten ab Mittwoch gehe Niederösterreich "von einer guten Ausgangslage aus", sagte Pernkopf mit Verweis auf die aktuelle Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 46,5. Auch das Impfprogramm schreite weiter voran. Mehr als 816.000 Stiche wurden im Bundesland bisher gesetzt, über 262.000 Menschen sind vollständig immunisiert. "Das entspricht 20,9 Prozent der impfbaren Bevölkerung", rechnete Königsberger-Ludwig vor.

Vormerkungen schon in Vorarlberg

In Vorarlberg gibt es bereits die Vormerkmöglichkeit. Dort ließen sich nach Angaben von Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher "mehrere hundert" Jugendliche bereits für eine Corona-Impfung vormerken. Der Experte rechnet sogar schon für kommende Woche mit einer Zulassung des Impfstoffs auch für 12- bis 16Jährige. Sobald ein Impfstoff zugelassen sei, soll  es so rasch als möglich Impftermine geben, betonte der Experte. (red./apa)

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