Die Freude ist zu spüren: Endlich kann es nach mehr als sechs Monaten wieder ins Gasthaus oder ins Café gehen. Diese Vorfreude hat offensichtlich auch die Spitzenpolitik erfasst, die heute medienwirksam ausgehen. Die Regierungsspitze traf sich im Wiener Prater zum Mittagessen. Schon vorher, noch in der Früh, ging der Wiener Bürgermeister mit wirtschaftlicher Begleitung auswärts ins Kaffeehaus frühstücken.

Ein türkis-grünes Spitzenquartett aus Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Werner Kogler, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer speiste und ab 13 Uhr im Schweizerhaus. In der Einladung an Medienvertreter wurde auf die notwendige Einhaltung der Coronaregeln verwiesen, wie sie für alle Gäste in ganz Österreich ab morgen Gültigkeit haben.

Fotostrecke 10 Bilder

Und dann geht es standesgemäß in die Oper. So werden Kurz, Kogler, Köstinger und Mayer am Nachmittag in die Wiener Staatsoper aufbrechen. Dort wird das Quartett um 17 Uhr empfangen von Direktor Bogdan Roščić und trifft die Proponenten der Kinderoper "Der Barbier für Kinder" sowie des "Faust", der am Abend Premiere vor Publikum feiert.

Kaffeehausbesuch in der Wiener Innenstadt.

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) war mit dem Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck frühstücken. Quasi als "Early Gastro-Birds" genossen sie ab 08:45 Uhr Kaffee, Semmerl und Co im Café Frauenhuber im ersten Bezirk.

In Vorarlberg, wo die Gastronomie wegen niedriger Infektionszahlen bereits vor zwei Monaten öffnete, wurde vor wenigen Tagen eine positive Bilanz gezogen. Das Aufsperren habe - trotz der höchsten 7-Tage-Inzidenz bundesweit - zu keinen größeren Coronaclustern geführt, ergab eine Analyse der staatlichen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES. Für Diskussion sorgte zuletzt das österreichweite Testintervall für die Gastro-Beschäftigten von einmal die Woche - Wien ist hier ausgeschert und hat verschärft.

Unsicherheit bleibt

In der Gastrobranche herrscht noch eine gewisse Unsicherheit, wie gut das Geschäft letztlich tatsächlich laufen wird. Vorsorglich wurde bei der Regierung schon deponiert, dass die Hilfszahlungen nicht schlagartig enden dürften. Neben der Unsicherheit über die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen plagt die Branche die Sorge über genügend Mitarbeiter - auch wenn das Arbeitsmartservice (AMS) beruhigt. Die Gastrovertreter fürchten, dass viele Mitarbeiter mittlerweile einen anderen Job gesucht haben, insbesondere die zahlreichen Saisonarbeiter. In den klassischen Touristenregionen fehlen auch noch viele ausländische Gäste. Die Reisebeschränkungen zwischen Österreich und Deutschland wurden vor einer Woche aufgehoben. (reuters, apa)