Auch nach der Öffnung von Lokalen, Sport- und Freizeiteinrichtungen gehen die Experten des Covid-Prognose-Konsortiums in ihrer jüngsten Analyse von einer weiterhin sehr positiven Coronavirus-Entwicklung aus. So sollen sich die Neuinfektionen kommende Woche auf täglich rund 460 einpendeln. Außerdem werden für kommenden Mittwoch weniger als 200 Covid-19-Intensivpatienten erwartet. Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner soll laut der Prognose kommende Woche auf 34,1 sinken.

Bei der Öffnung am heutigen Mittwoch lag die Inzidenz laut Bundesgesundheitsagentur (Ages) noch bei 59,3. Bereits am Freitag soll sie laut den Experten des Konsortiums unter den ursprünglich von der Regierung für Lockerungen angepeilten Wert von 50 sinken. Erwartet wird eine österreichweite Sieben-Tages-Inzidenz von 48,6 pro 100.000 Einwohner. Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist weiterhin sehr unterschiedlich. Die Spannbreite der Sieben-Tages-Inzidenz am kommenden Mittwoch, dem letzten Prognosetag, reicht von 19 in Burgenland bis 56 in Vorarlberg.

Die effektive Reproduktionszahl lag in den vergangenen Tagen bei einem Wert von rund 0,79. Das heißt, dass ein Infizierter weniger als eine weitere Person ansteckt. Die Fallprognose geht österreichweit von einer Fortsetzung des rückläufigen Fallgeschehens für alle Bundesländer aus. Mögliche Effekte der getätigten Öffnungsschritte auf die Infektionsdynamik sind frühestens gegen Ende des aktuellen Prognosehorizonts - also kommende Woche -zu erwarten, betonten die Experten.

Unsicherheit um Testeffekt

Eine Unsicherheit stellt der erwartete Testeffekt im Sinne eines moderaten Anstiegs der entdeckten Fälle aufgrund der Öffnungsschritte dar. Denn zum einen entässt die Öffnungsverordnung nun rund 2,3 Millionen geimpfte und genesene Österreicherinnen und Österreicher aus der Pflicht für Eintrittstests. Zum anderen könnten aber die Eintrittstests in nicht geimpften Bevölkerungsgruppen zu einem Anstieg der gemeldeten Fälle führen können, erläuterten die Experten.

11,2 Tage im Schnitt in der Intensivstation

Auf die Vorschau für die Spitalskapazitäten hat dies keine Auswirkungen. Hier war der Rückgang im Bereich der Normalpflege in vielen Bundesländern zuletzt stärker als prognostiziert, was mitunter durch die kürzere Verweildauer von jüngeren Patienten erklärt werden kann. Das Belagsmodell wurde deshalb um altersabhängige Verweildauern erweitert, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, betonten die Experten. Bei den Intensivbetten rechnen die Experten unter Berufung auf Daten bis inklusive März mit einer durchschnittlichen Belagsdauer von 11,2 Tagen.

Nun gehen die Experten von einem Rückgang an belegten Intensivbetten von derzeit 267 auf 145 in zwei Wochen, dem 2. Juni, aus. Bereits am kommenden Mittwoch sollen es laut der Berechnung mit 199 weniger als 200 Schwerkranke sein. Österreichweit halbiert sich somit die Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten in den kommenden zwei Wochen von 14 auf sieben Prozent der gemeldeten Gesamtkapazität an Erwachsenen-Intensivbetten (2.063). Auf Normalstationen mussten am Öffnungstag 586 Patienten betreut werden, hier erwarten die Wissenschafter einen Rückgang auf 298 Covid-19-Patienten in zwei Wochen. (apa)