Die SPÖ drängt darauf, dass der Staat mehr Geld aus dem Budget zur Beseitigung von Folgen der Corona-Pandemie im Schulbereich und zur Ankurbelung der Wirtschaft locker macht. am Pfingstmontag verlangte die SPÖ zusätzliche Mittel zur Beseitigung von Bildungsdefiziten nach dem wochenlangen Heimunterricht und dem Schichtbetrieb mit geteilten Klassen.

Konkret plädierte SPÖ-Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler für einen Bildungsscheck in Höhe von 1.000 Euro pro Schulkind, der in den nächsten zwei Jahren für kostenlose Nachhilfe eingelöst werden kann. Es sei gemeinsame Pflicht, allen unter die Arme zu greifen, die sich im Distance-Learning aus unterschiedlichen Gründen schwerer getan hätten, meinte die SPÖ-Parlamentarierin.

Vorderwinkler glaubt, dass die Coronakrise die "Lernschere" zwischen Kindern, denen Eltern gut und Kindern, denen Eltern nur schwer beim Lernen helfen können, auseinandergerissen habe. Im Vorjahr hätten 277.000 Schüler private Nachhilfe erhalten. Weitere 40.000 hätten eine gebraucht, aber mangels finanzieller Mittel keine erhalten. Mittelfristig brauche es flächendeckende Ganztagsschulen. Akut müsse aber allen Schülern bei Bedarf unter die Arme gegriffen werden. Dafür soll der 1000-Euro-Bildungsscheck genützt werden

Gutschein für jeden Haushalt

Schon am Pfingstsonntag hat sich SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner für eine finanzielle noch weitreichendere Maßnahmen ausgesprochen. Sie forderte einen Gutschein im Wert von 1000 Euro für jeden Haushalt. Mit dem Gutschein sollen zwei Ziele erreicht werden: einerseits will die Oppositionspartei mit einem solchen Gutscheinheft Privathaushalte unterstützten, andererseits soll vor allem heimischen Klein- und Mittelbetrieben geholfen werden.

Wie die SPÖ-Chefin in der "Kronen Zeitung" erläuterte, soll das Gutscheinheft in Höhe von 1000 Euro für jeden Haushalt aufgelegt werden. Ein Haushalt könne dann bis Ende des Jahres bei Firmen mit Sitz und Steuerpflicht in Österreich Teile des Gutscheins einlösen. Der Gutschein würde bei Inlandsurlauben ebenso gelten wie bei Thermenbesuchen oder in Kultureinrichtungen. Die Kosten für den 1000-Euro-Gutschein für jeden Haushalt bezifferte die SPÖ mit immerhin vier Milliarden Euro. Die SPÖ erhofft sich, dass damit 30.000 Arbeitsplätze in mittleren und kleinen Unternehmen gesichert werden können. (red./apa).