Die Bischofskonferenz tagt ab kommendem Montag in Präsenz in Mariazell. Gleich mehrere Themen, die durchaus Brisanz haben, stehen auf dem Programm. So treffen die Bischöfe Frauen in kirchlichen Leitungsfunktionen und es gilt das Pastoral-Referat der Konferenz nachzubesetzen. Denn der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz hat die Leitung zurückgelegt - wegen Vertrauensverlusts.

Das hat er bereits Mitte Mai in einem Schreiben an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, mitgeteilt, wie Schwarz-Sprecherin Katharina Brandner der APA bestätigte. Der St. Pöltner Bischof begründet seine Entscheidung mit mangelndem Vertrauen: "Ich sehe mich außerstande, die Pastoralkommission und die Konferenz der Pastoral- und Seelsorgeamtsleiter in Zukunft zu begleiten."

Schwarz hofft daher, dass seinem Wunsch nach einer Neuaufteilung entsprochen wird. Gerade im Hinblick auf den von Papst Franziskus initiierten synodalen Prozess in der Weltkirche sei es Bischof Schwarz wichtig, dass in diesem Bereich ein konstruktives und einmütiges Miteinander möglich ist, so seine Sprecherin.

Papst zu Synodalität zentrales Thema

Schwarz stellte bereits bei der Frühjahrsvollversammlung auf eigenen Wunsch den Vorsitz in der Finanzkommission zur Verfügung. Er bleibt Referatsbischof für Wirtschaft und Landwirtschaft. Auch in St. Pölten steht der Bischof wegen seiner Vorgehensweise bei der geplanten Umstrukturierung der Diözese in der Kritik. Zuletzt hatten deshalb mehrere Leiter der Pastoralämter aus anderen Diözesen den Rückzug Schwarz' als Referatsbischof für die Seelsorge gefordert.

Zentrales Thema der dreitägigen Beratungen werden an sich die jüngsten Vorgaben des Papstes zum Thema Synodalität sein. So ist geplant, dass die Diözesen ab Oktober dazu eigens synodale Vorgänge rund um die Themenbereiche Gemeinschaft, Partizipation und Mission durchführen, deren Ergebnisse dann bis April kommenden Jahres auf Ebene der Bischofskonferenz zu bündeln sind. Vor diesem Hintergrund passe es sehr gut, dass es in Mariazell bereits am Montagnachmittag ein Treffen der Bischöfe mit Frauen in kirchlichen Leitungspositionen gebe, so Generalsekretär Peter Schipka im Gespräch mit der Kathpress.

Mit der Corona-Lage und den geplanten gesetzlichen Änderungen im Bereich der Suizidbeihilfe stehen zwei weitere Themen erneut auf der Agenda, die die Bischöfe in den vergangenen Monaten intensiv befasst haben. Am Mittwoch ist ein Treffen mit dem Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, geplant. (apa)