Mit Dienstag fällt nach Monaten die Maskenpflicht für alle Schüler im Unterricht. Damit werden nach Gastronomie und Freizeiteinrichtungen die Corona-Maßnahmen im Schulbereich weiter gelockert. Wie es nach den Sommerferien weitergeht, ist allerdings offen. Gesetzliche Vorkehrungen für Ausnahmeregelungen im neuen Schuljahr ab September und weitere Vorbereitungen werden aber getroffen. Fragen und Antworten, womit Schüler, Eltern und Lehrer rechnen müssen.

Neu ist nun ab Dienstag, dass im Unterricht die Maskenpflicht am Sitzplatz und in den Klassenräumen für alle Schüler wie zuletzt schon in den Volksschulen wegfällt. Das gilt auch für Lehrer im Unterricht. Im Schulgebäude sind aber weiter Corona-Schutzmasken zu tragen. Bildungsminister Heinz Faßmann und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein haben dies mit der Verbesserung des Corona-Infektionsgeschehens argumentiert. Erlaubt ist nunmehr auch, dass "schulfremde" Personen bei Kooperationen in die Schulgebäude kommen, etwa Leseomas. Die Aufhebung der Maskenpflicht wird auch damit begründet, dass bis zum Schulende Anfang Juli weiter dreimal pro Woche in der Früh Antigen-Schnelltests für Schüler vorgeschrieben sind.

Im Bildungsministerium wurde der "Wiener Zeitung" dazu erläutert: "Wir werden gegen Ende des Schuljahres kommunizieren, wie wir den Start im Herbst planen, sofern das schon vorhersehbar ist." Dabei müsse aber die Entwicklung der Pandemie mitberücksichtigt werden, da könne sich im Sommer noch einiges bewegen, etwa durch die ansteckendere Delta-Variante. Im Nationalrat werden diese Woche per Gesetz Vorkehrungen für etwaige weitere Ausnahmemaßnahmen von der türkis-grünen Koalition beschlossen. Damit wird der Bildungsminister formal ermächtigt, auch im neuen Schuljahr Sondermaßnahmen wie den Heimunterricht festzulegen. Auf politischer Ebene sorgt das für neue Differenzen, weil vor allem die Oppositionsparteien SPÖ und Neos befürchten, dass damit statt auf offene Schulen und Präsenzunterricht neuerlich auf Einschränkungen gesetzt werde. Was für Schüler und Lehrer und damit auch für betroffene Eltern kommt, wird Mitte August verkündet werden. "Für die ersten Schulwochen werden wir in diesem Zeitraum Maßnahmen kommunizieren", wird im Büro des Ressortchefs betont.

Das ist offen. Möglich ist, dass diese Schnelltests für alle Schülerinnen und Schüler an Volksschulen sowie für jene bis zum Alter von 12 Jahren aufrecht bleiben, weil für ältere Schüler nunmehr die Gelegenheit zu Corona-Impfungen besteht. Für Schüler ab 12 Jahren, die nicht geimpft sind oder von einer Corona-Erkrankung genesen sind, sind weitere Schnelltests wahrscheinlich.

Bildungsminister und Gesundheitsminister setzen vor allem auf Impfungen für Schüler ab 12 Jahren. Möglichst viele in dieser Altersgruppe sollen daher bereits im Laufe der Sommermonate bei den Impfaktionen in den Bundesländern geimpft werden. Fix ist, dass ab dem Start in das neue Schuljahr Schüler ab 12 Jahren auch direkt in größeren Schulen eine Impf-Möglichkeit erhalten sollen. Für Schüler an kleineren Schulen sind zwei Varianten geplant: mobile Impfteams sowie Teilnahme an Corona-Impfungen an größeren Schulen. Beratungen der beiden Ministerien sind noch im Laufen. Fest steht jedenfalls, dass die Corona-Impfung auch für Schüler freiwillig sein wird.

Ja. Wie bereits in den vergangenen Sommerferien werden auch heuer jeweils in den beiden letzten Ferienwochen freiwillige und kostenlose Sommerschulen an verschiedenen Schulstandorten organisiert. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ist das ab 23. August der Fall, in den sechs anderen Bundesländern ab 30. August. Die Sommerschulen werden heuer für Schüler mit Nachholbedarf inhaltlich breiter organisiert. Im Vorjahr waren die Sommerschulen auf Deutsch konzentriert. Neben Schülern mit mangelnden Deutschkenntnissen können nun auch jene mit Nachholbedarf in Mathematik das Sommerschulangebot nützen. In den vergangenen Sommerferien gab es die Sommerschulen für Schüler an Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen. Neu ist im heurigen Jahr die Ausweitung der Sommerschulen auf die Oberstufen an den AHS und den Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS). Das betrifft Schüler, die Aufholbedarf in zumindest einem Pflichtgegenstand haben oder Unterstützung bei der Vertiefung von Lehrinhalten brauchen. Im Vorjahr haben  bei der Premiere der Sommerschulen rund 24.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Für die heurigen Sommerschulen hat das Bildungsministerium noch keine Zahlen. Zwar ist eine erste Anmeldefrist am 20. Mai abgelaufen, aber seit der Rückkehr zum Vollbetrieb in den Schulen ab 17. Mai wurde ein erhöhtes Interesse bei den Eltern registriert. Deswegen wurde die Anmeldemöglichkeit bis zum 21. Juni verlängert.