Vor dem Sommerferienbeginn gibt es in Kärnten Diskussionen rund um eine Corona-Teststrategie für Kinder und Jugendliche. Die Wirtschaftskammer hat am Montag Unklarheiten kritisiert, wo und wie Schüler im Sommer getestet werden können, wenn sie nicht mehr wie derzeit regelmäßig in den Schulen einen Test machen. Beim Land verweist man auf laufende Gespräche: So sollen Kinder ab zwölf Jahren Gratis-Selbsttests bekommen und die Gültigkeitsdauer dieser verlängert werden.

"Der Großteil der Kinder im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren wird in den Sommermonaten regelmäßig getestet werden müssen, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können", hieß es am Montag in einer Aussendung der Wirtschaftskammer. Nur Kinder, die über einen Absonderungsbescheid oder ein Attest über den Nachweis von Antikörpern verfügen, müssten sich nicht testen lassen. Die aktuelle Situation würde auch zu großer Unsicherheit bei den Anbietern von Sommercamps führen. Sie würden nicht wissen, ob sie selbst kostenlose Testkits für ihre Teilnehmer zur Verfügung gestellt bekommen.

Fünf Selbsttests mit nach Hause

Laut Gerd Kurath vom Landespressedienst bekommen die Kärntner Schüler zu Ferienbeginn fünf Selbsttests mit nach Hause, die sie in Kombination mit der Selbsttestplattform des Landes (selbsttest.ktn.gv.at) zum "Freitesten" nützen können. Darüber hinaus gibt es aus Kärnten die Forderung, dass künftig bereits Schüler ab zwölf Jahren die zehn Gratistests pro Monat in der Apotheke bekommen, derzeit sind sie erst für Jugendliche ab 15 Jahren erhältlich. Außerdem wird gefordert, dass die Gültigkeit der Wohnzimmertests von 24 auf 48 Stunden erweitert wird.

Die Haltung der FPÖ zum Thema Selbsttests für unter 15-Jährige bestätigt sah am Montag der geschäftsführende FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer: Die Bundesregierung solle nun endlich "in die Gänge kommen" und die Abgabe der Gratis-Tests an diese Altersgruppe so rasch wie möglich umsetzen. Generell müssten jedoch 3G-Regel und Maskenpflicht "unverzüglich aufgehoben" werden. Auch Team Kärnten-Obmann Gerhard Köfer forderte am Montag, Kindern und Jugendlichen ausreichend Testkits zur Verfügung zu stellen und die Gültigkeitsdauer auszuweiten: "Die Jugendlichen sind im Sommer viel unterwegs. Wenn ein Test nur 24 Stunden Gültigkeit hat, brauchen einige Betroffene wahrscheinlich über 20 Tests pro Monat." Öffentliche Angebote, wie Teststraßen in den Gemeinden, sollten auf keinen Fall zurückgefahren werden. (apa)