Eine Maßnahme gegen den Fachkräftemangel im Pflegebereich setzen Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne): Ab Anfang September gibt es auch für die Ausbildung zur Pflegeassistenz - und nicht nur wie bisher zur Pflegefachassistenz - das Fachkräftestipendium. Es sichert die Lebenserhaltungskosten während der gesamten, in der Regel einjährigen Ausbildung und erleichtert damit Berufsumsteigern den Wechsel.

Außerdem wird bei einem Ausbildungsstart bis Jahresende ein Bildungsbonus von 180 Euro zusätzlich zum Arbeitslosengeld bezahlt. Die Minister und das Arbeitsmarktservice erhoffen sich regen Zulauf: Denn derzeit stehen 900 offene Stellen etwa 500 arbeitssuchenden Pflegeassistenten gegenüber. Der Arbeitskräftebedarf in den Bereichen Pflege und Soziales wird weiter ansteigen. In Studien der Gesundheit Österreich GmbH und des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) wird der Bedarf bis 2030 auf 100.000 Beschäftigte geschätzt.

Antrag im Nationalrat eingebracht

Gefördert wird mit diesem Stipendium aber nicht nur im Pflegebereich. Auch der Sozialbereich sowie die Forstwirtschaft werden von der Neuregelung profitieren. Denn auch die Ausbildung in der Elementarpädagogik bzw. zum Waldaufseher wird mit dem Fachkräftestipendium attraktiver gemacht. Beschlossen wurde die Neuregelung gestern, Mittwoch, im Ministerrat. Heute wird sie im Nationalrat eingebracht, um im Juli-Plenum beschlossen werden und Anfang September in Kraft treten zu können.

Die Arbeiterkammer spricht von wichtigen Schritten, was aber nicht genug sei. Um den mittel- und langfristigen Bedarf in diesen Bereichen zu decken, müssten auch tertiäre Ausbildungen, wie etwa die Ausbildung zur diplomierten Krankenpflege an einer Fachhochschule förderbar sein, meinte AK-Expertin Silvia Hofbauer. Dazu müsste die Bundesregierung dringend aktiv werden, da es hier eine gesetzliche Änderung bauche, um das zu ermöglichen.

Mit der geplanten Förderung der Ausbildung zum Forstwart würden die aktuellen Herausforderungen aber nicht bewältigt werden können, merkt die AK an. Umso wichtiger sei auch gleichzeitig, das Fachkräftestipendium und damit die Fachkräfteausbildung unbefristet zu ermöglichen, die einjährige Verlängerung sei viel zu kurz gedacht. (apa).